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Die am 27. Mai 1906 gegründete Freiwillige Feuerwehr Mündelheim ist eine von 26 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg (Nordrhein-Westfalen). Die Löschgruppe 705 ist die südlichste Einheit im Stadtgebiet und hat 36 aktive Mitglieder.

Geschichte Bearbeiten

Grund für die Gründung der Feuerwehr war ein Brand, der noch nach alter Methode gelöscht wurde. Schnell begaben sich die Nachbarn zum Brandort und begaben sich in Lebensgefahr um diesen mit Eimern aus Leder (man nannte diese Sitte auch Eimerkette) oder ähnlichem zu bekämpfen. Man war allerdings damals froh, wenn man mit diesen Mitteln ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindern konnte.

Dabei gab es im Ort schon seit 1852 eine Feuerspritze, die der Ort von einer Feuerversicherung geschenkt bekam. Nach dem Brand war der Mündelheimer Bevölkerung klar, dass eine Feuerwehr aufgebaut werden musste, die ausgebildet und mit den möglichst besten Geräten ausgestatet sein sollte. So kam es im Jahre 1906 zur Gründung der FF Mündelheim. Ein Jahr nach der Gründung der Feuerwehr, wurde diese über eine Alarmhupe alarmiert und dann wurden mit Hilfe von Pferden die Mannschaft und die Geräte zum Brandherd gefahren.

Durch viele Übungsstunden hatte die Wehr einen so hohen Leistungsstand, dass sie 1908 staatlich anerkannt wurde. In den Folgejahren gab es zwei Großbrände, einen in Serm (1909) und einen auf dem alten Tiebeshof (1913), wo nach dem ersten Weltkrieg an der Giebelwand der Scheune ein neuer Übungsturm errichtet wurde.

Nach dem Jahr 1933 wurde die Brandbekämpfung im Dorf erweitert, denn in der Staatsjugend wurde eine Jugendfeuerwehr errichtet, die die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen sollten. In der Kriegs- und Nachkriegszeit wurden die Männer zu vielen Einsätzen gerufen.

Ab dem Jahr 1956 wurde die Feuerwehr über eine elektrische Sirene alarmiert, die auf einem 12 Meter hohen Mast befestigt wurde. 1994 wurden dann tragbare Funkmeldeempfänger eingeführt, die jedes Mitglied ständig bei sich tragen kann. Die Nur-Ton-Empfänger wurden mittlerweile durch Digitalmelder ersetzt. So wird eine schnelle Ausrückzeit garantiert, wovon einige Bewohner immer noch überrascht sind.

Durch die Kommunale Neuordnung 1975 musste die Feuerwehr Duisburg umstrukturiert werden und so kam es, dass die Wehren Mündelheim und Ehingen zusammengelegt wurde. Es gab allerdings ein Problem, denn nun hatte die eine Wehr zwei Gerätehäuser, welche dann 1999 durch ein modernes Feuerwehrhaus in der Ortsmitte ersetzt wurde. So wurden dann auch die beiden Fahrzeuge (LF 16 und LF 16-TS) an einem Standort vereinigt, wovon das LF 16-TS 2005 durch ein neues Fahrzeug ersetzt wurde. Am zweiten Augustwochenende wurde mit einem großen Fest das 100-jährige Jubiläum gefeiert, Stargast war Olaf Henning.

Ausrüstung und Besonderheiten Bearbeiten

Zur Freiwilligen Feuerwehr gehören zwei moderne Einsatzfahrzeuge, die an die Aufgaben der FF Mündelheim angepasst sind. Da wäre zum einen das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20/16 auf Mercedes Atego mit Aufbau von IVECO Magirus. Dieses Fahrzeug rückt bei den Einsätzen als erstes aus, weshalb es auch eine umfangreiche Beladung hat. Auf dem Fahrzeug befinden sich viele Materialien zur Brandbekämpfung, die Pumpe leistet 2000 l/min, der Wassertank fasst 2000 Liter. Zusätzlich befindet sich ein Hilfeleistungssatz und Ausrüstung zur Wasserrettung an Board.

Bei dem anderen Fahrzeug handelt es sich um ein Löschgruppenfahrzeug (LF) 16 aus dem Jahr 1986, welches ebenfalls ein Fahrzeug mit Mercedes-Fahrgestell ist, der Aufbau kommt von der Albert Ziegler GmbH & Co. KG. Es befördert eine Löschgruppe, bestehend aus neun Feuerwehrleuten, und hat 1600 l Wasser an Board. Es besitzt ebenfalls einen Hilfeleistungssatz, da die Feuerwehr Mündelheim zu vielen schweren Verkehrsunfällen auf die Bundesstraße 288 gerufen wird.

Bei der Alarmierung gibt es eine Besonderheit. Im Gerätehaus befindet sich ein alphanumerischer Digitalempfänger, der mit einem Drucker verbunden ist. Die Einsatzmeldung wird dann vierfach auf selbstdurchschreibendes(ein Blatt pro Fahrzeug, eins für Nachzügler und eins für den Einsatzbericht) Papier gedruckt, welches die eintreffenden Wehrleute im Haus vorfinden. Da sich auf dem Blatt die Alarmnachricht mit Einsatzort und Einsatzart befindet, können sie ohne Rückfragen ausrücken, was gerade bei der Überlastung des Sprechfunks nützlich ist. Dadurch beträgt die Ausrückzeit zwei bis drei Minuten, ein bis zwei Minuten schneller als die anderen Wehren.

Einsätze Bearbeiten

Das Einsatzgebiet der Löschgruppe 705 umfasst die Ortteile Mündelheim, Ehingen, Serm und Rheinheim. Zu den Einsatzschwerpunkten zählen die Bundesstraße 288 von der Rheinbrücke bis zur Ausfahrt Duisburg-Huckingen/Bundesstraße 8 und das Industriegebiet im Norden mit einem Gewerbegebiet, Hallen der Firma Thyssen und dem Stahlwerk von Mannesmann, wo es im Jahr 2006 zwei Großbrände gab (1. Januar und 11. Mai). Zu weiteren Schwerpunkten gehören der Rhein, das Altenheim und die vielen landwirtschaftlichen Betriebe.

Da die Berufsfeuerwehr von der Feuer- und Rettungswache 7 aus das Einsatzgebiet nicht in den vorgeschriebenen acht Minuten erreichen kann, wird die Freiwillige Feuerwehr Mündelheim im Ersteinsatz alarmiert. Das heißt, dass sie bei jedem feuerwehrrelevanten Einsatz in Mündelheim mitalarmiert wird. Die Wehrleute sind dementsprechend ausgebildet und ausgerüstet.

Durchschnittlich wird FF Mündelheim zu 10 bis 20 Einsätzen gerufen, bis zu 40 Alarmierungen im Jahr sind möglich. Im Jahr 2005 waren es 18. In Ausnahmefällen wird die Wehr bei Unwetterereignissen oder Großeinsätzen im gesamten Stadtgebiet eingesetzt.

Weblinks Bearbeiten

Freiwillige Feuerwehr Mündelheim



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