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Ferdinand Löwenberg wurde am 19. April 1924 als Kind jüdischer Sozialdemokraten in [[Breslau]] geboren.
 
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Löwenberg wurde eine Berufsausbildung in der Nazizeit verwehrt. Im Alter von 19 Jahren wurde er von der [[SS]] in das [[KZ Buchenwald]] verschleppt. Die Solidarität der Mitgefangenen hatten ihn als jungen Menschen stark geprägt. Er wurde als Nichtkommunist von Kommunisten herangezogen und „ein richtiger Teilnehmer am Widerstand“ (Löwenberg) geworden. Der „rote Kapo“ [[Robert Siewert]] bewahrte Fred von der Verschickung nach [[Auschwitz]]. Fred Löwenbergs jüngerer Bruder, [[Martin Löwenberg]], wurde ebenfalls von den Faschisten in ein Konzentrationslager verschleppt und musste Zwangsarbeit leisten.
 
Löwenberg wurde eine Berufsausbildung in der Nazizeit verwehrt. Im Alter von 19 Jahren wurde er von der [[SS]] in das [[KZ Buchenwald]] verschleppt. Die Solidarität der Mitgefangenen hatten ihn als jungen Menschen stark geprägt. Er wurde als Nichtkommunist von Kommunisten herangezogen und „ein richtiger Teilnehmer am Widerstand“ (Löwenberg) geworden. Der „rote Kapo“ [[Robert Siewert]] bewahrte Fred von der Verschickung nach [[Auschwitz]]. Fred Löwenbergs jüngerer Bruder, [[Martin Löwenberg]], wurde ebenfalls von den Faschisten in ein Konzentrationslager verschleppt und musste Zwangsarbeit leisten.
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Fred Löwenberg hat trotz eigener negativer Erfahrungen für freundschaftliche und gutnachbarschaftliche Beziehungen zu Polen plädiert: wenig bekannt ist, dass Fred nach der Befreiung vom Faschismus als Mitverantwortlicher für die deutsche Selbstverwaltung in Breslau (von der russischen Kommandantur eingesetzt) von polnischen Mitbürgern denunziert wurde und in ein Gefägnis gebracht wurde, wo er mit den Peinigern des 3. Reiches einsitzen musste. Selbst den Kindern von Fred wurde von dieser für Fred auch physisch schwierigen Zeit wenig erzählt, um deren Verhältnis zu Polen nicht zu belasten. Nur durch die Aussage eines polnischen Wärters, der Fred als seinen Retter während des 3. Reiches erkannte, wurde Fred nach vielen Monaten freigesprochen und das praktisch schon geschriebene sehr harte Urteil korrigiert.
   
 
Nach der Befreiung gehörte er zu denjenigen, die ihre bitteren Erfahrungen aus den Jahren der Verfolgung zur Grundlage eines neuen, politischen Lebens machten. Dazu gehörte das gemeinsame Handeln von [[Kommunisten]] und [[Sozialdemokraten]] und so organisierte sich Löwenberg bei der Münchener SPD und war gleichzeitig stellvertretender Kreisvorsitzender der [[Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes]]. Wegen des [[Unvereinbarkeitsbeschluss|Unvereinbarkeitsbeschlusses]] der SPD wurde er 1950 aus der SPD ausgeschlossen und stieß zur [[Sozialistische Aktion|Sozialistischen Aktion]].
 
Nach der Befreiung gehörte er zu denjenigen, die ihre bitteren Erfahrungen aus den Jahren der Verfolgung zur Grundlage eines neuen, politischen Lebens machten. Dazu gehörte das gemeinsame Handeln von [[Kommunisten]] und [[Sozialdemokraten]] und so organisierte sich Löwenberg bei der Münchener SPD und war gleichzeitig stellvertretender Kreisvorsitzender der [[Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes]]. Wegen des [[Unvereinbarkeitsbeschluss|Unvereinbarkeitsbeschlusses]] der SPD wurde er 1950 aus der SPD ausgeschlossen und stieß zur [[Sozialistische Aktion|Sozialistischen Aktion]].

Version vom 15. Oktober 2007, 17:27 Uhr

Ferdinand „Fred“ Löwenberg (* 19. April 1924 in Breslau/Schlesien; † 30. Mai 2004 in Berlin) war ein antifaschistischer Widerstandskämpfer, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener.

Fred-Löwenberg

Fred Löwenberg auf dem Vereinigungskongress der VVN-BdA im Oktober 2002 in Berlin

Ferdinand Löwenberg wurde am 19. April 1924 als Kind jüdischer Sozialdemokraten in Breslau geboren. Löwenberg wurde eine Berufsausbildung in der Nazizeit verwehrt. Im Alter von 19 Jahren wurde er von der SS in das KZ Buchenwald verschleppt. Die Solidarität der Mitgefangenen hatten ihn als jungen Menschen stark geprägt. Er wurde als Nichtkommunist von Kommunisten herangezogen und „ein richtiger Teilnehmer am Widerstand“ (Löwenberg) geworden. Der „rote Kapo“ Robert Siewert bewahrte Fred von der Verschickung nach Auschwitz. Fred Löwenbergs jüngerer Bruder, Martin Löwenberg, wurde ebenfalls von den Faschisten in ein Konzentrationslager verschleppt und musste Zwangsarbeit leisten.

Fred Löwenberg hat trotz eigener negativer Erfahrungen für freundschaftliche und gutnachbarschaftliche Beziehungen zu Polen plädiert: wenig bekannt ist, dass Fred nach der Befreiung vom Faschismus als Mitverantwortlicher für die deutsche Selbstverwaltung in Breslau (von der russischen Kommandantur eingesetzt) von polnischen Mitbürgern denunziert wurde und in ein Gefägnis gebracht wurde, wo er mit den Peinigern des 3. Reiches einsitzen musste. Selbst den Kindern von Fred wurde von dieser für Fred auch physisch schwierigen Zeit wenig erzählt, um deren Verhältnis zu Polen nicht zu belasten. Nur durch die Aussage eines polnischen Wärters, der Fred als seinen Retter während des 3. Reiches erkannte, wurde Fred nach vielen Monaten freigesprochen und das praktisch schon geschriebene sehr harte Urteil korrigiert.

Nach der Befreiung gehörte er zu denjenigen, die ihre bitteren Erfahrungen aus den Jahren der Verfolgung zur Grundlage eines neuen, politischen Lebens machten. Dazu gehörte das gemeinsame Handeln von Kommunisten und Sozialdemokraten und so organisierte sich Löwenberg bei der Münchener SPD und war gleichzeitig stellvertretender Kreisvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Wegen des Unvereinbarkeitsbeschlusses der SPD wurde er 1950 aus der SPD ausgeschlossen und stieß zur Sozialistischen Aktion. Aufgrund der Kontakte von SED mit der Sozialistischen Aktion wurde Löwenberg wegen „Geheimbündelei“ angeklagt und zu neunzehn Monaten Haft verurteilt. Mit der Verabschiedung des Godesberger Programmes verlor Löwenberg die Illusionen in die Sozialdemokratie und arbeitete für die 1956 verbotene KPD und übersiedelte 13 Jahre später, 1969, nach Ostberlin und war vor allem publizistisch tätig. Fred Löwenberg arbeitete mehrere Jahre für die Wirtschaftszeitung "Horizont", später für die "Neue Deutsche Bauernzeitung". In beiden Zeitungen publizierte er vor allem außenwirtschaftliche Themen. "Außenwirtschaft aktuell" war eine äußerst beliebte und stark besuchte Vortragsreihe von Fred Löwenberg, die er u.a. für die URANIA Gesellschaft der DDR in den 70er und 80er Jahren hielt. Hier wurden auch Themen angesprochen und offen diskutiert, die auch einen kritischen Blick auf die Gegebenheiten in der DDR ermöglichten. Aufgrund seiner Verfolgung und seinem Widerstand im 3. Reich konnte Fred Löwenberg 1984, mit 60 Jahren, in Rente gehen. Dies ermöglichte ihm jedoch noch mehr Zeit für seine Vortragstätigkeit und Jugendarbeit, die ihm besonders wichtig waren.

Nachdem 1990 im Osten Deutschlands der Interessenverband der Verfolgten des NS-Regimes (IVVdN) gegründet worden war, war er einige Jahre verantwortlicher Redakteur der Verbandszeitschrift Antifa (Zeitschrift).

Löwenberg hat sich mit großem Engagement für die im Oktober 2002 erfolgte Vereinigung von VVN-BdA (West) und VVdN-BdA (Ost) zu einer generationsübergreifenden gesamtdeutschen Organisation eingesetzt.

Fred Löwenberg war bis zum Ende seines Lebens Vorsitzender der „Berliner Vereinigung ehemaliger Teilnehmer am Antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener e.V.“. In dieser Funktion war Fred Löwenberg maßgeblich dafür verantwortlich, dass die "BVVdN" immer mehr Anerkennung auch von politischer Seite erzielte, die zunächst ablehnend diese Organisation betrachteten. Ein großer Erfolg war u.a. die Anerkennung der BVVdN durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband und die Einbeziehung von BVVdN-Mitgliedern in Geschichstprojekte des Berliner Senates und anderen öffentlicher Einrichtungen.

Fred Löwenberg verstarb nach kurzer Erkrankung am 30. Mai 2004.

Zitate

„Auch die Kleinen gilt es zu beachten. Auch die vermeintlich Wehrlosen gilt es zu beschützen. Denn Rassismus beginnt im Kleinen!“

"Wir sind zwar schon alte Leute, aber zum alten Eisen gehören wir noch lange nicht."

Weblinks

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