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Ewald Lienen
Ewald Lienen
Personalia
Geburtstag 28. November 1953
Geburtsort LiemkeDeutschland
Größe 176 cm
Position Stürmer


Ewald Lienen (* 28. November 1953 in Liemke) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.

Spieler Bearbeiten

Nach dem Abitur an der Hans-Ehrenberg-Schule in Bielefeld-Sennestadt spielte er von 1977 bis 1992 als Stürmer in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga. Von 1974 bis 1977 gehörte er zum Zweitligakader von Arminia Bielefeld, mit der er 1977 in der Relegation zur 1. Bundesliga scheiterte. Im Anschluss stand er bis 1981 im Erstligakader von Borussia Mönchengladbach, wo er die größten Erfolge seiner aktiven Karriere feiern konnte: 1978 wurde er mit der Borussia Vizemeister, ein Jahr später konnte der UEFA-Pokal gewonnen werden. 1980 erreichte Lienen mit den Fohlen erneut das Finale des UEFA-Pokals, musste sich dort aber Eintracht Frankfurt geschlagen geben. Von 1981 bis 1983 spielte er erneut für Bielefeld, ehe er 1983 wieder nach Mönchengladbach zurückkehrte, wo er bis 1987 blieb. 1984 stand Lienen mit den Fohlen im DFB-Pokal-Finale, wo sich allerdings der FC Bayern München im Elfmeterschießen durchsetzen konnte. 1989 schloss sich Lienen dem Zweitligisten MSV Duisburg an, mit dem er 1991 wieder in die 1. Bundesliga aufsteigen konnte. Im Sommer 1992 beendete Lienen seine aktive Karriere. Er hatte insgesamt 333 Spiele in der 1. Bundesliga bestritten, in denen er 49 Tore erzielen konnte, und war 171 Mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz gekommen, wo er 27 Treffer markieren konnte.

Am 14. August 1981 erlitt Lienen eine schwere Verletzung, als ihm Norbert Siegmann von Werder Bremen mit dem Stollen den Oberschenkel aufschlitzte und eine 25 cm lange, tiefe Risswunde zufügte. Lienen rannte mit der klaffenden Wunde an den Spielfeldrand zum damaligen Trainer von Werder Bremen, Otto Rehhagel, den er für das Foul verantwortlich machte, indem er behauptete, Rehhagel habe Siegmann zu dem Foulspiel angestiftet.

Die Wunde wurde mit 23 Stichen genäht, nach 17 Tagen begann Lienen wieder mit dem Training.

Trainer Bearbeiten

Bereits 1989 schloss Lienen die Ausbildung zum Fußballlehrer mit der Note Eins ab. Von 1989 an trainierte er die Amateure des MSV Duisburg, während er weiterhin in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam. Am 24. März 1993 übernahm Lienen den Trainerposten bei der ersten Mannschaft des MSV den er bis 1. November 1994 innehatte. Zwischen 1995 und 1997 arbeitete Lienen als Co-Trainer unter Jupp Heynckes beim spanischen Erstligisten CD Teneriffa. Im Sommer 1997 wurde er dann Trainer bei Hansa Rostock, mit der er den Einzug in den UEFA-Cup um lediglich einen Punkt verpasste. Am 1. März 1999 wurde Lienen in Rostock durch Andreas Zachhuber ersetzt. Am Beginn der Saison 1999/2000 übernahm er das Traineramt beim Zweitligisten 1. FC Köln, den er zum Aufstieg in die 1. Bundesliga führte. Lienen blieb bis zum 28. Januar 2002 in Köln. Im Sommer 2002 wurde er Trainer beim spanischen Zweitligisten CD Teneriffa, wo er am 20. Januar 2003 entlassen wurde. Vom 2. März bis 21. September trainierte er Borussia Mönchengladbach. Am 9. März 2004 übernahm er den Trainerposten bei Hannover 96, den er bis zum 9. November 2005 innehatte.

2006 ging er in die griechische Super League und trainierte dort den Verein Panionios Athen. 2007 erreichte er mit ihm den Einzug in den UEFA-Cup. Am 17. Dezember 2007 wurde Lienen in Griechenland als Trainer des Jahres 2007 ausgezeichnet. Kurz nach seiner Vertragsverlängerung bis 2010 kam es zu einem Eklat zwischen dem Stürmer Lampros Choutos und Lienens Co-Trainer und Schwiegersohn Abder Ramdane. Dabei schlug Choutos Ramdane nach einem Streit ins Gesicht und verletzte ihn leicht. Daraufhin wurde der Stürmer bis Ende Dezember suspendiert und Ramdane entlassen. Als Reaktion auf die Entlassung löste Lienen am 13. November 2008 seinen Vertrag mit Panionios auf.[1]

Am 13. Mai 2009 übernahm er den Trainerposten beim Zweitligisten TSV 1860 München. In den zwei noch ausstehenden Spielen der Saison 2008/09 holte er mit der Mannschaft zwar nur einen Punkt, dieser reichte den Münchner Löwen jedoch zum Klassenerhalt. In der folgenden Spielzeit 2009/10 landete die Mannschaft nach einem sehr schwachen Start am Ende auf Platz 8. Der zum 150. Gründungsjubiläumns des TSV 1860 erstrebte Wiederaufstieg in die Bundesliga wurde aber deutlich verpasst. Am 17. Juni 2010 wurde Lienens bis 2011 laufender Vertrag vorzeitig aufgelöst, damit er ein Angebot des griechischen Erstligisten Olympiakos Piräus annehmen konnte.[2]

Nach dem Ausscheiden in der Qualifikation zur UEFA Europa League 2010/11 gegen Maccabi Tel Aviv wurde Lienen nach 2 Monaten Amtszeit entlassen.[3]

Seit dem 7. November 2010 ist er Nachfolger von Christian Ziege als Trainer bei Arminia Bielefeld[4].

Wissenswertes Bearbeiten

  • Sein akribisches Notieren von Beobachtungen während laufender Spiele brachte ihm den Spitznamen Zettel-Ewald ein. Ein anderer Spitzname aus seiner Zeit als Fußballtrainer in Köln lautete Das Hemd, in Anspielung auf seine Angewohnheit, ein hellblaues Hemd, das er bei einem lang ersehnten Sieg der Mannschaft getragen hatte, auch bei späteren Spielen als Glücksbringer zu tragen.
  • Nachdem Ewald Lienen den 1. FC Köln in der Saison 1999/2000 zum Aufstieg von der 2. Bundesliga in die 1. Bundesliga geführt hat, veröffentlichte die Kölner A-cappella-Gruppe Wise Guys das Lied "Die Heldensage vom heiligen Ewald"[5].
  • Friedhelm Funkel trat drei Mal hintereinander die Trainernachfolge von Ewald Lienen an, nämlich beim MSV Duisburg, bei Hansa Rostock und beim 1. FC Köln.
  • Lienen ist der Schwiegervater des ehemaligen französischen Fußballspielers Abder Ramdane (der auch Lienens Co-Trainer ist) und Großneffe des ehemaligen deutschen Nationalspielers Herbert Burdenski.
  • Ewald Lienen engagierte sich während der frühen 80er Jahre in der Friedensbewegung und wirkte bei der Friedensliste mit, für die er 1985 bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl kandidierte. 1987 gründete er zusammen mit Spielerkollegen die Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler e. V. (VdV).

Erfolge Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Ein blaues Auge zu viel für Lienen , nw-news.de, 13. November 2008. 
  2. Löwen geben Lienen Freigabe für Piräus auf tsv1860.de, abgerufen am 17. Juni 2010
  3. Olympiakos Piräus trennt sich von Trainer Lienen
  4. Lienen neuer Arminia-Trainer , Arminia Bielefeld, 7. November 2010. 
  5. Liedtext zu 'Die Heldensage vom heiligen Ewald' auf wiseguys.de.


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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