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Erwin Schneider (* 13. April 1906 in Joachimstal[1]; † 18. August 1987[2] in Lech am Arlberg) war ein österreichischer Bergsteiger und Kartograph.

Erfolge als Bergsteiger Bearbeiten

Eine seiner bekanntesten Leistungen war die Erstbesteigung des Pik Lenin am 25. Juli 1928 zusammen mit Karl Wien, welche mit erreichten 7134 m auch den damaligen Höhenrekord darstellte. Im Jahr 1930 verbesserte er diesen zunächst am 24. Mai mit der Erstbesteigungen des 7168 Meter hohen Nepal Peak im Alleingang und wenige Tage darauf am 3. Juni mit weiteren Mitgliedern der von G. O. Dyhrenfurth geleiteten Expedition mit der Erstbesteigung des 7483 Meter hohen Jongsang Peak.[3] Nicht zuletzt dadurch bezeichnete ihn Hermann Buhl zu Anfang dessen Karriere beinahe ehrfürchtig als den „Siebentausenderkönig“.[4]

Schneider war Mitglied der beiden ersten Deutsch-Österreichischen Alpenvereinsexpeditionen in den Peruanischen Anden. Im Zuge der insgesamt drei Expeditionen in den Jahren 1932, 1936 und 1939 wurden 12 der 18 Sechstausender der Cordillera Blanca erstbestiegen (ebenso Berge der Cordillera Huayhuash) und erstmals Bergkarten der Region erstellt. Neben seiner Arbeit als Kartograph gelangen Schneider hierbei insbesondere viele Erstbesteigungen[5]:

  • Huascarán Sur (höchster Berg Perus mit 6746 m) am 20. Juli 1932 gemeinsam mit Wilhelm Bernard, Philipp Borchers, Erwin Hein und Hermann Hoerlein über die heutige Normalroute.
  • Chopicalqui (6345 m) am 3. August 1932 gemeinsam mit Borchers, Hein und Hoerlein über den Südwestgrat.
  • Artesonraju (6025 m) am 19. August 1932 gemeinsam mit Hein über Nordgrat und Nordostsporn.
  • Huandoy (6395 m) am 12. September 1932 gemeinsam mit Hein über die Südhänge.
  • Copa (6188 m) am 26. September 1932 gemeinsam mit Hein über die Westseite.
  • Quitaraju (6036 m) am 17. Juni 1936 gemeinsam mit Arnold Awerzger über den Westgrat.
  • Pucajirca Sur (6039 m) am 1. Juli 1936 solo.
  • Siula Grande (6344 m) am 28. Juli 1936 gemeinsam mit Awerzger über den Nordgrat.
  • Rasac (6017 m) auch im Jahr 1936 solo.

Zudem war Erwin Schneider Mitglied der tragisch verlaufenen Deutschen Nanga-Parbat-Expedition von 1934. Zusammen mit Peter Aschenbrenner erreichte er eine Höhe von 7895 m[6], bis durch einen Wetterumschwung ein Großteil der Mannschaft umkam und die Besteigung abgebrochen wurde. Schneider und Aschenbrenner wurden in der Folge unter anderem der Verletzung der Beistandspflicht beschuldigt. Schlussendlich konnte den beiden aber keinerlei Fehlverhalten nachgewiesen werden und letztlich waren diese Auseinandersetzungen im Nachspiel auch ideologisch und durch Konkurrenzdenken motiviert.

Eine Einladung zur Teilnahme an der Expedition zum Nanga Parbat im Jahr 1953, bei der Hermann Buhl die Erstbesteigung gelang, lehnte Schneider nach Unstimmigkeiten mit der Organisationsleitung ab. Laut den Berichten Buhls hat Schneider ihm allerdings im Vorfeld wertvolle Informationen über die Beschaffenheit der Gipfelregion gegeben.

Leistungen als Kartograph Bearbeiten

Erwin Schneider war Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Vergleichende Hochgebirgsforschung, offizieller Kartograph des Deutschen Alpenvereins und hatte den Titel eines Professors.

In der Nachbereitung der Peru-Expeditionen wurden mehrere Karten und Bücher über die peruanischen Anden publiziert, an deren Erstellung er maßgeblich beteiligt war.

Gemeinsam mit Rüdiger Finsterwalder erstellte er ein Kartenwerk von Teilen Nepals im großen Maßstab – die sogenannten „Schneider-Karten“. Diese werden von vielen Experten als weltweit unübertroffen in ihrer Abbildungsweise extremer Hochgebirgslandschaften angesehen. Insbesondere wurden hierbei die ersten qualitativ hochwertigen Karten des Khumbus und der Berge um den Mount Everest erstellt.

Literatur Bearbeiten

  • Ebster, Fritz/ Kinzl, Hans und Erwin Schneider: Cordillera Blanca. Karte. Wien 1949.
  • Kinzl, Hans und Erwin Schneider: Cordillera Blanca (Peru). Innsbruck 1950.
  • Kinzl, Hans, Erwin Schneider u. a.: Cordillera Huayhuash. Peru. Ein Bildwerk über ein tropisches Hochgebirge. Anden-Kundfahrt 1954 des Österreichischen Alpenvereins. Innsbruck 1955
  • Hellmich, Walter u. a.: Khumbu Himal. Ostnepal-Kartenwerk 1:50.000 in sechs Blättern. 1965-1974.
  • Patzelt, Gernot: Die Berg- und Gletscherstürze vom Huascarán – Cordillera Blanca – Peru. Innsbruck 1983.

Quellen Bearbeiten

  1. The Himalayan journal, Volume 47, Oxford University Press, 1991
  2. Hafner et al.: Erwin Schneider zum Gedächtnis. Wagner. Innsbruck (2004)
  3. Gipfelrekorde im Himalaya
  4. Buhl, Hermann: Achttausend drüber und drunter, Nymphenburger Verl., München 1954 (und zahlreiche spätere Auflagen)
  5. Kiendler, Hermann: Die Anden, Panico Alpinverlag, Köngen 2007
  6. Manchen Angaben zufolge kamen sie „nur“ bis auf eine Höhe von 7850 m (siehe Hauptartikel für mehr Informationen).


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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