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Ernst Knoll (* 23. Januar 1940 in Feldberg, Sudetenland; † 19. Januar 1997 in Eppelheim) war ein deutscher Ringer.

Werdegang Bearbeiten

Ernst Knoll wuchs nach der Vertreibung aus dem Sudetenland in Nordbaden auf und begann beim Kraftsportverein Schriesheim mit 16 Jahren mit dem Ringen, nachdem er vorher bei der SG Leutershausen Handball gespielt hatte. Bedingt durch die Tatsache, dass er erst spät zum Ringen fand, konnte er im Jugend- und Juniorenbereich noch keine größeren Erfolge erzielen. Im Jahre 1964 hatte er aber die deutsche Spitzenklasse erreicht und wurde im griech.-röm. Stil im Weltergewicht erstmals deutscher Meister.

Ernst Knoll war ein körperlich starker, untersetzter aber technisch guter Ringer, der relativ schnell vom Weltergewicht über das Mittelgewicht in das Halbschwergewicht hineinwuchs. Er betätigte sich in beiden Stilarten und gewann nach 1964 bis zum Jahre 1972 noch weitere achtmal die deutsche Meisterschaft, jeweils viermal im freien und viermal im griech.-röm. Stil. Im Verlauf seiner Karriere startete er für den KSV Schriesheim, dem ASV Eppelheim, dem AC Ziegelhausen, dem AV Freiburg-St.Georgen, dem AV Reilingen und dem KSV Malsch.

Auf der internationalen Ringerbühne gab er im Jahre 1964 bei dem alljährlich im schwedischen Klippan stattfindenden großen Ringerturnier mit einem 4. Platz im griech.-Stil im Weltergewicht seinen Einstand. Er startete 1968 und 1972 auch bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt bzw. in München, konnte sich dort aber nicht im Vorderfeld platzieren.

Das beste Ergebnis bei einer internationalen Meisterschaft erzielte er bei der Europameisterschaft 1967 in Istanbul im freien Stil im Mittelgewicht. Er verfehlte dort nach zwei Siegen über den Tschechen Josef Urban u. den Jugoslawen Arslan Rizvari und einem Unentschieden gegen Günther Bauch aus Halle wegen einer Niederlage gegen den Rumänen Francisc Balla knapp die Medaillenränge und kam auf den 4. Platz.

Häufig vertrat Ernst Knoll auch den Deutschen Ringerbund bei den zu seiner Zeit noch beliebten Länderkämpfen und kam dabei zu einigen bemerkenswerten Siegen.

Ernst Knoll, der gelernter Maschinenschlosser war, betrieb in Eppelheim bis zu seinem frühen Tod eine eigene Schlosserei.

Internationale Erfolge Bearbeiten

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = freier Stil, GR = griech.-röm. Stil, We = Weltergewicht, Mi = Mittelgewicht, Hs = Halbschwergewicht, damals bis 78 kg, 82/87 kg u. 90/97 kg Körpergewicht)

  • 1967, 3. Platz, Alsia-Cup in Sønderborg, GR, Mi, hinter Orudjow, UdSSR u. S.A. Olsson, Schweden;
  • 1968, 14. Platz, OS in Mexiko-Stadt, F, Mi, nach Niederlagen gegen Shigeru Endo, Japan u. Lupe Lara, Kuba;
  • 1969, 1. Platz, Alsia-Cup in Sonderborg, GR, Hs, vor B. Kops, Niederlande u. Sven Studsgaard, Dänemark;
  • 1971, 2. Platz, Turnier in Fredriksvaerk/Dänemark, GR, Hs, hinter Fleming Kozakewitsch und vor Sven Studsgaard, bde. Dänemark;

Länderkämpfe Bearbeiten

(auch inoffizielle)

Deutsche Meisterschaften Bearbeiten

Quellen Bearbeiten

  • Fachzeitschrift Athletik, Nummern: 10/1966, Seite 9 u. 8/1967, Seite 7
  • Hundert Jahre Ringen in Deutschland, Verlag Der Ringer, Niedernberg, 1991, Seiten 186, 216, 218, 219, 229 und 230
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976, Seiten E-46, E-57, E-66, W-79, O-80 u. O-91

Weblinks Bearbeiten


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