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Das Rehahaus Effingerhort in Holderbank, im schweizerischen Kanton Aargau, ist eine Einrichtung für Frauen und Männer mit langjähriger schwerer Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Die Gründung der ältesten Einrichtung der Von Effinger Stiftung geht auf das Jahr 1914 zurück. Julie von Effinger (1837–1912), als letzte Nachfahrin der Familie Effinger, legte somit auf dem Kernenberg den Grundstein für die Behandlung im Bereich der stationären Suchtkrankenhilfe.

Geschichte Bearbeiten

Im Jahre 1911 gründete Adelheid Pauline Juliette von Effinger im Alter von 74 Jahren die Stiftung Von Effinger. Als letzte Nachfahrin ihres Geschlechts wollte sie mit dem Erbe, das sie hinterlassen würde, der Menschheit eine Institution zur Behandlung von suchtkranken Personen einrichten. Sie wusste um die Sorge des Alkoholmissbrauchs zur Zeit der Industrialisierung und deren daraus erfolgten gesellschaftlichen Veränderungen. Am 21. Juni 1914 fand die Eröffnungsfeier des Effingerhorts auf dem Kernenberg in Holderbank statt.

Infolge der Prohibition in den USA hatte auch die Schweiz im Jahre 1933 ein Gesetz gegen den Alkoholmissbrauch in Kraft gesetzt. Dieses Gesetz beinhaltete die Unterwerfung aller gebrannten Wasser der Alkoholgesetzgebung. Zudem waren die Kantone dazu verpflichtet, zehn Prozent ihres jeweiligen Anteils des erwirtschafteten Reingewinns für die Bekämpfung von Alkoholismus einzusetzen. Dadurch bestand eine gewisse Finanzierungssicherheit für Institutionen wie den Effingerhort, der sich der Behandlung von Suchtkranken annahm. Dennoch war das fehlende Geld als Hauptproblem ein ständiger Begleiter der Stiftung seit ihrer Gründung. Es traten im ersten Jahr nur sechs Patienten ein.

Die anfänglich enge Beziehung zum Blauen Kreuz verschlechterte sich im Jahre 1947 erstmals. Der Grund lag in der mangelnden finanziellen Unterstützung. Rund sechs Jahre später schien es mit der Stiftung jedoch deutlich bergauf zu gehen. Der Effingerhort hatte sich als Dauerinstitution definitiv etabliert. Durch das Gefühl von gesichertem Wohlstand – das Stiftungsvermögen belief sich auf über 285 000 Franken – wurden im Jahre 1953 nebst Renovierungsarbeiten vermehrt Landkäufe getätigt. 1967[1] wurde ein Gesetzesartikel aufgenommen, der die finanzielle Unterstützung von schweizeri-schen Organisationen gewähren sollte und damit der Eidgenössischen Alkoholverwaltung die Ver-antwortung der Beitragsverteilung übergab. Ab 1970 waren die Kantone dazu verpflichtet, den von den gebrannten Wassern erhaltenen Anteil des Reinertrages für die Bekämpfung von Sucht- und Betäubungsmittelmissbrauch zu verwenden.[2] In den vergangenen Jahren sind vermehrt durch Jugendliche, nicht selten Minderjährige, besorgniserregende Phänomene aufgetreten wie das „Koma-Saufen“ oder das „Botellon“. Der Missbrauch von Alkohol ist ein Problem von immer jüngeren Altersklassen. Der Bundesrat versucht mit dem Nationalen Programm Alkohol 2008–2012 die Zusammenarbeit unter den Institutionen zu fördern, die Öffentlichkeit, Fachwelt sowie Politik stärker in einen aktiven Dialog einzubeziehen und mittels einer griffigen Prävention Personen jeder Altersklasse und sozialen Gruppe gegenüber der Problematik des Alkoholmissbrauchs zu sensibilisieren.

Aufgrund der steigenden Anzahl von Suchtkranken in der Bevölkerung wurde dann im Jahre 1974 die Klinik im Hasel gegründet. Diese Einrichtung in der Gemeinde Gontenschwil hilft Menschen mit Substanzstörungen und bietet ebenfalls stationäre Behandlungen an. Das dazugehörige Ambulatorium befindet sich in Lenzburg, welches den Betroffenen im Gegensatz zur stätionären Behandlung in der Klinik die Möglichkeit bietet zu Hause zu übernachten. Das Wohnheim Effingerhort sowie das Integrationszentrum Aarau helfen den Patienten nach der Therapie mittels betreuten Wohngemeinschaften den Einstieg in den Alltag und die Gesellschaft erfolgreich wieder zu finden.

Sanierung und Erweiterungsbau Bearbeiten

Von 1996 bis 2007 wurde der Effingerhort komplett saniert. Der stetige Wandel und die stark anwachsende Bevölkerung veranlasst die Stiftung zu einer erneuten Erweiterung bzw. Vergrösserung der Klinik. Das Bauprojekt ist bereits eingereicht und soll zu den bereits 44 vorhandenen zusätzlich 16 neue Behandlungsplätze schaffen.

Stiftung Bearbeiten

Der Stiftungsrat setzt sich zur Zeit aus Werner Berner, Stiftungsratspräsident, Philipp Engel, Vizepräsident und Rechtsanwalt, und Rainer Klöti, Vorsitzender Strategie, zusammen. Die Geschäftsleitung bilden Thomas Lüddeckens, Leiter der Einrichtungen Klinik im Hasel und dem Ambulatorium Lenzburg, Heidi Sommer-Recrosio, Leiterin des Rehahauses Effingerhort und Wohnheims Effingerhort sowie Christian Roth, Leiter des Integrationszentrums Aarau.

Weitere Dienstleistungen Bearbeiten

Neben der eigens betriebenen Gärtnerei mit einem vielfältigen Angebot an Gemüse, Obst und Setzlingen beschäftigen sich die Bewohner des Effingerhorts auch mit der Verarbeitung von Brennholz. Unter dem Jahr finden verschieden Märkte und Kurse statt. Seit einigen Jahren bietet der Effingerhort zudem einen saisonal ausgerichteten Catering-Service an.

Literatur Bearbeiten

Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg : „Kampf gegen die Sucht. 100 Jahre Von Effinger Stiftung.“

http://www.voneffingerstiftung.ch/de/von_effinger_stiftung/publikationen

Weblinks Bearbeiten

Homepage Effingerhort: www.effingerhort.ch

Peter Müller: Holderbank im Historischen Lexikon der Schweiz

http://www.admin.ch/ch/d/sr/680/a43a.html

http://www.admin.ch/ch/d/sr/680/a73.html

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://www.admin.ch/ch/d/sr/680/a43a.html
  2. http://www.admin.ch/ch/d/sr/680/a73.html


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