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Bundesarchiv Bild 183-1982-0313-016, Detlef Kästner, Armando Martinez

Detlef Kästner (links) im Finale des Chemie-Pokals gegen den Kubaner Armando Martínez.

Detlef Kästner (* 20. März 1958 in Wurzen) ist ein ehemaliger deutscher Boxer, DDR-Meister 1980 und Bronzemedaille-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1980 im Halbmittelgewicht.

Werdegang Bearbeiten

Detlef Kästner wuchs im sächsischen Wurzen auf und begann dort als Jugendlicher mit dem Boxen. Der 1,74 Meter große Athlet wurde aufgrund seiner Erfolge im nationalen Juniorenbereich schon bald zum SC Dynamo Berlin delegiert.

1976 startete er bei der Junioren-Europameisterschaft in Izmir und siegte dort über Rostislav Osicka aus der Tschechoslowakei nach Punkten (5:0), im Halbfinale unterlag er Koksol Ozogluoz und erreichte damit den 3. Platz.

Im Jahre 1977 belegte er bei der DDR-Meisterschaft im Weltergewicht nach einer Punktniederlage im Finale gegen Karl-Heinz Krüger vom ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) den 2. Platz. Auch in den folgenden Jahren gewann er bis einschließlich 1983 bei den DDR-Meisterschaften immer Medaillen. Im Jahre 1980 gewann er seinen einzigen DDR-Meistertitel durch einen Punktsieg im Finale des Halbmittelgewichts über Jürgen Alms vom SC Traktor Schwerin (5:0).

1979 startete er bei der Europameisterschaft der Amateure in Köln im Halbmittelgewicht. Er unterlag gegen den Olympiasieger von 1976 Jerzy Rybicki aus Polen, weil er gegen diesen wegen einer Verletzung, die er in der 2. Runde erlitt, aus dem Kampf genommen werden musste. 1980 startete Detlef Kästner beim Intercup in Duisburg und unterlag dort im Endkampf gegen Markus Intlekofer aus der BRD nach Punkten.

Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau nutzte Detlef Kästner das Losglück. Er siegte nach einem Freilos im Halbmittelgewicht über Adeoye Adetunji aus Nigeria durch KO in der 3. Runde und über Leonidas Njunwa aus Tansania nach Punkten und hatte damit schon das Halbfinale erreicht und damit eine Bronzemedaille sicher. Bei dieser Bronzemedaille blieb es dann auch, denn im Halbfinale unterlag er gegen Alexander Koschkin aus der Sowjetunion nach Punkten (0:5).

1981 nahm Detlef Kästner an der Europameisterschaft in Tampere teil. Im Achtelfinale unterlag er gegen Alexander Koschkin (0:5). Bei der Weltmeisterschaft in München 1982 verlor er gegen Armando Martínez aus Kuba (0:5). Er belegte damit bei beiden Veranstaltungen den 9. Platz im Halbmittelgewicht.

Einen bemerkenswerten Sieg feierte Detlef Kästner im Endkampf des Chemiepokals 1981 in Halle (Saale). Dort schlug er im Endkampf des Halbmittelgewichts den Kubaner Julio Quintana Martínez klar nach Punkten (5:0).

Nach der Weltmeisterschaft 1982 in München startete Detlef Kästner bei keiner weiteren internationalen Meisterschaft. 1984 trat er zurück.

Internationale Erfolge Bearbeiten

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1976 3. Junioren-EM in Izmir Welter mit Punktsieg über Rostislav Osicka, Tschechoslowakei (5:0) u. Punktniederlage gegen Koksol Ozogluoz, Türkei
1977 2. TSC-Turnier in Berlin Welter nach einer Punktniederlage im Finale gegen Jochen Bachfeld, DDR
1978 2. Chemie-Pokal in Halle (Saale) Welter nach einer Punktniederlage im Finale gegen Hassan Ibrahim Zadeh, Iran
1978 1. TSC-Turnier in Berlin Halbmittel mit einem Punktsieg im Finale über Günter Rostankowski, DDR
1979 1. Chemie-Pokal in Halle (Saale) Halbmittel mit einem Punktsieg im Finale über Detlef Strassberg, DDR
1979 1. Polizei-Meisterschaften der ehem. Ostblock-Staaten in Sofia Halbmittel mit einem Punktsieg im Finale über Shagydar Bayarsakhan, Mongolei
1979 9. EM in Köln Halbmittel nach einer Abbruch-Niederlage (Verletzung) i.d. 2. Runde gegen Jerzy Rybicki, Polen
1979 9. Vor-olympisches Turnier in Moskau Halbmittel nach einer Abbruch-Niederlage im Achtelfinale gegen Wiktor Lisizyn, Sowjetunion
1980 2. Intercup in Duisburg Halbmittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Markus Intlekofer, BRD
1980 Bronze OS in Moskau Halbmittel mit einem KO-Sieg i.d. 3. Runde über Adeoye Adetunji, Nigeria, einem Punktsieg über Leonidas Njunwa, Tansania (5:0) u. einer Punktniederlage gegen Alexander Koschkin, Sowjetunion (0:5)
1980 2. TSC-Turnier in Berlin Halbmittel nach einer kampflosen Niederlage (Verletzung) gegen Piotr Galkin, Sowjetunion
1981 1. Chemie-Pokal in Halle (Saale) Halbmittel mit einem Punktsieg im Finale über Julio Quintana Martínez, Kuba (5:0)
1981 9. EM in Tampere Halbmittel nach einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Alexander Koschkin (0:5)
1982 2. Chemie-Pokal in Halle (Saale) Halbmittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Armando Martínez, Kuba (2:3)
1982 9. WM in München Halbmittel nach einem Punktsieg über Jorge Amparo, Dominikanische Republik (4:1) u. einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Arnaldo Martinez (0:5)
1982 2. TSC-Turnier in Berlin Halbmittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Jorge Guzman, Kuba (1:4)

Länderkämpfe Bearbeiten

Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse Ergebnis
1976 Bukarest Rumänien Junioren gegen DDR Junioren Halbmittel Punktniederlage gegen Butnaru
1976 Koszalin Polen Junioren gegen DDR Junioren Welter Punktsieger über Marian Kaluga
1976 Zielona Góra Polen Junioren gegen DDR Junioren Welter Punktsieger über Ryszard Talaj
1978 Sofia Bulgarien gegen DDR Halbmittel Punktsieger über Ilja Iliew
1979 Schwerin DDR gegen Uganda Halbmittel Abbruch-Sieger i.d. 2. Runde über Jonas Okoth
1979 Crystal Bay USA gegen DDR Halbmittel Punktsieger über Roosevelt Green
1979 Burlington USA gegen DDR Halbmittel Punktsieger über Poncho Carter
1979 Rostock DDR gegen Rumänien Halbmittel Punktniederlage gegen Marcel Sirba
1980 Gera DDR gegen Bulgarien Halbmittel Punktsieger über Zhelya Stefanow (3:0)
1981 Warschau Polen gegen DDR Halbmittel Punktniederlage gegen Andrzej Krysiak (1:2)
1982 Rostock DDR gegen Polen Halbmittel Punktsieger über Henryk Petrich (3:0)
1982 Biloxi USA gegen DDR Halbmittel Abbruch-Niederlage i.d. 2. Runde gegen Alfred Mayes
1982 Schwerin DDR gegen USA Halbmittel Punktsieger über John David Jackson (2:1)
1982 Wismar DDR gegen USA Halbmittel Punktsieger über John David Jackson (2:1)
1983 Brăila Rumänien gegen DDR Halbmittel Abbruch-Niederlage i.d. 2. Runde (Verletzung) gegen Gheorghe Simion

DDR-Meisterschaften Bearbeiten

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnis
1977 2. Welter nach Punktniederlage im Finale gegen Karl-Heinz Krüger, ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) (0:5)
1978 3. Welter hinter Detlef Ludwig, SG Wismut Gera u. Siegfried Vogelreuter, SC Chemie Halle (Saale)
1979 2. Halbmittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Günter Rostankowski, ASK Vorwärts Frankfurt (Oder)
1980 1. Halbmittel mit einem Punktsieg im Finale über Jürgen Alms, SC Traktor Schwerin
1981 3. Halbmittel hinter Ralf Hunger u. Ronald Wandelt, bde. SC Chemie Halle (Saale)
1982 2. Halbmittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Ralf Hunger
1983 2. Halbmittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Michael Timm, SC Traktor Schwerin

Quellen Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten


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