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Dariusz Wosz
Personalia
Geburtstag 8. Juni 1969
Geburtsort Piekary ŚląskiePolen
Größe 169 cm
Position Mittelfeld

Dariusz „Darek“ Wosz (* 8. Juni 1969 in Piekary Śląskie, Polen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger -trainer.

Spielerkarriere Bearbeiten

Verein Bearbeiten

Dariusz Wosz siedelte mit seinen Eltern in seiner Kindheit nach Halle (Saale) um. Als nach 1945 geborener Schlesier besitzt er sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsangehörigkeit. Seine Fußballkarriere begann Wosz 1980 bei der BSG Motor Halle. Nach einer weiteren Station bei der BSG Empor Halle (1981 - 1984) wurde Wosz in die Nachwuchsabteilung des Halleschen FC Chemie delegiert.

Zur Saison 1987/88 gelang dem HFC Chemie der Aufstieg in die höchste Spielklasse der DDR, die Oberliga, wobei der Anteil des noch nicht einmal 18-Jährigen im Zweitligaspieljahr 1986/87 bei nur einem Einsatz (kein Tor) naturgemäß sehr gering ausfiel. In den kommenden vier Spielzeiten bis zur einheitsbedingten Auflösung der Oberliga nach der Saison 1990/91 bestritt der wendige Mittelfeldspieler 93 Erstligabegegnungen, in denen er 15 Tore für den HFC schoss. In der Saison 1991/92 war Wosz für den inzwischen in Hallescher FC umbenannten Verein noch 22 Spiele (5 Tore) in der nun gesamtdeutschen 2. Bundesliga aktiv. Der HFC spielte in jener Saison, nachdem er in der letzten Oberligasaison 1990/91 den 4. Platz belegt hatte, sogar im UEFA-Pokal, wo Dariusz Wosz in 2 Spielen zum Einsatz kam.

In der Winterpause der Saison 1991/92 wechselte Wosz zum Bundesligisten VfL Bochum ins Ruhrgebiet. Beim VfL blieb Wosz bis zum Saisonende 1997/98 und feierte mit dem als graue Maus verschrienen Verein große Erfolge. Als Mannschaftskapitän und Mittelfeldregisseur führte er den Verein in der Bundesligasaison 1996/97 auf den 5. Platz und damit in den UEFA-Pokal. Das von Klaus Toppmöller betreute Team - Wosz war in allen sechs Partien dabei und erzielte ein Tor - scheiterte in der Europapokalsaison 1997/98 in der dritten Runde an der Mannschaft von Ajax Amsterdam, welcher der VfL mit 4:6 Toren nach Hin- und Rückspiel unterlag.

Im Sommer 1998 entschied sich Wosz für einen Wechsel zu Hertha BSC. Mit dem Hauptstadtklub spielte Wosz in der UEFA Champions League, kam jedoch nach zwei erfolgreichen Jahren in der Saison 2000/01 kaum noch zum Einsatz. Insgesamt bestritt der Freistoßspezialist 85 Bundesligaspiele (11 Tore) für die Berliner. In 15 Europapokalspielen erzielte er 2 Treffer.

Dariusz Wosz kehrte im Sommer 2001 auf eigenen Wunsch zum damaligen Zweitligisten VfL Bochum zurück. Nach dem Bundesliga-Aufstieg 2002 erreichte das Team mit Kapitän Wosz im Sommer 2004 einen Platz im UEFA-Pokal. In der Spielzeit 2004/05 konnte der VfL nicht mehr an die Erfolge der Vorsaison anknüpfen und stieg zusammen mit Hansa Rostock und dem SC Freiburg aus der Bundesliga ab, spielte sich aber in der Folgesaison zurück in die 1. Liga. Der mittlerweile 37-Jährige kam allerdings nach Wiederaufstieg nur zu einem einzigen Einsatz in der Bundesliga. Am 12. Mai, dem letzten Heimspiel des VfL, gegen Stuttgart, wurde Wosz verabschiedet. Im letzten Bundesligaspiel dieser Saison in Mönchengladbach wurde Wosz in der 70. Minute für Zvjezdan Misimović eingewechselt. Sein letztes Bundesligaspiel krönte er in der 82. Spielminute mit dem 2:0-Siegtreffer für Bochum.

Nationalmannschaft Bearbeiten

Für die Nationalmannschaft der DDR bestritt Wosz zwischen 1989 und 1990 sieben A-Länderspiele (kein Tor). Sein Debüt gab er als 19-Jähriger in einem Freundschaftsspiel gegen Finnland am 22. März 1989 in Dresden bei einem 1:1-Unentschieden. Sein siebtes und letztes Länderspiel war gleichzeitig der Abschied der DDR-Auswahl von der internationalen Fußballbühne. Am 12. September 1990 schlug das Team um Kapitän Matthias Sammer in Brüssel Belgien mit 2:0.

Am 26. Februar 1997 feierte Wosz sein Debüt in der A-Auswahl des DFB. In Tel Aviv wurde unter Bundestrainer Berti Vogts Israel mit 1:0 besiegt, nachdem der damalige VfL-Akteur kurz vor Schluss selbst das Tor des Tages erzielt hatte. Im Jahr 2000 schaffte er den Sprung in den Kader von Vogts Nachfolger Erich Ribbeck für die EURO 2000 in Belgien und den Niederlanden. Ribbeck setzte ihn bei dieser für die deutsche Elf enttäuschenden EM jedoch nicht ein. Das Länderspiel am 15. November 2000 in Kopenhagen gegen Dänemark (1:2-Niederlage) bedeutete für Wosz nach 17 Spielen und einem Treffer den Abschied aus der deutschen Fußballnationalelf.

Statistik Bearbeiten

Einsätze (Stand 19. Mai 2007)

  • Oberliga (1. Liga der DDR)
Einsätze Tore Saison Verein
93 14 1987–1991 Hallescher FC
  • Liga (2. Liga der DDR)
Einsätze Tore Saison Verein
1 - 1986/1987 Hallescher FC
  • 1. Bundesliga
Einsätze Tore Saison Verein
49 3 1991–1993 VfL Bochum
32 2 1994/1995 VfL Bochum
65 14 1996–1998 VfL Bochum
85 11 1999–2001 Hertha BSC
92 8 2002–2005 VfL Bochum
1 1 2006/2007 VfL Bochum
324 39 gesamt
  • 2. Bundesliga
Einsätze Tore Saison Verein
22 5 1991/1992 Hallescher FC
34 3 1993/1994 VfL Bochum
31 3 1995/1996 VfL Bochum
27 6 2001/2002 VfL Bochum
15 1 2005/2006 VfL Bochum
129 18 gesamt
  • 17 Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft
  • 7 Einsätze für die DDR-Nationalmannschaft

Erfolge als Spieler Bearbeiten

  • Aufstieg in die DDR-Oberliga 1987 mit dem Halleschen FC
  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 1994, 1996, 2002 und 2006 mit dem VfL Bochum

Trainerkarriere Bearbeiten

Als Trainer in der Jugendabteilung und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wird er auch über die Saison 2006/2007 hinaus in Bochum beschäftigt bleiben. Zur Zeit betreut er die U19 des VfL Bochum in der Bundesliga West, nachdem der U19-Erfolgstrainer Sascha Lewandowski 2006/2007 zunächst zur U23-Mannschaft (Oberliga Westfalen) aufgestiegen war und nunmehr ab dem 1. Juli 2007 einen Posten in der Jugendabteilung von Bayer 04 Leverkusen einnimmt.

Seit 1. September 2007 spielt Wosz in der Bezirksliga für den SC Union Bergen aus Bochum-Bergen. Aktuell ist Dariusz Wosz Trainer der U–19-Jugend des VfL Bochum. Seit dem 20. September 2009 ist er zusätzlich als Co-Trainer von Interimstrainer Frank Heinemann bei der ersten Mannschaft des Revierklubs tätig.

Am 29. April 2010 übernahm Wosz zwei Tage vor dem vorletzten Bundesligaspieltag für den entlassenen Heiko Herrlich die erste Mannschaft des VfL Bochum als Interimstrainer. Den sechsten Abstieg des VfL seit 1993, der am 8. Mai 2010 mit einer 0:3 Heimniederlage gegen Hannover 96 besiegelt wurde, konnte aber auch er nicht verhindern.

Am 21. Mai 2010 wurde bekannt, dass Friedhelm Funkel Wosz zur Saison 2010/11 als Trainer des VfL Bochum ablösen wird.[1]

Wissenswertes Bearbeiten

  • Zu seiner Zeit als aktiver Bundesliga-Spieler wurde Wosz aufgrund seiner wendigen Spielweise von Journalisten häufig als "Zaubermaus" bezeichnet.[2]
  • Er ist der erste Bochumer Spieler der ein offizielles Abschiedsspiel bekommen hat. Am 8. September 2007 wurde im rewirpowerSTADION ein UEFA-Cup-Allstar-Team des VfL Bochum gegen eine Auswahl alter Kollegen von Dariusz Wosz aufgestellt. Das Spiel endete mit 12:8, wobei Wosz für beide Mannschaften spielte und zwei Tore schoss.
  • Seit Mai 2005 betreibt er eine Fußballschule in Bochum.

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Funkel neuer Bochum-Coach, abgerufen am 21. Mai 2010
  2. Die "Zaubermaus" sagt Adieu; wdr.de, 9. September 2007


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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