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Bundesarchiv Bild 102-08950, Tennismeister Moldenhauer und Prenn

Daniel Prenn (links) mit Hans Moldenhauer

Daniel Prenn (* 7. September 1904 in Vilnius, Litauen; † 3. September 1991 in Dorking (Surrey), Surrey, Vereinigtes Königreich) war ein deutscher Tennis- und Tischtennisspieler.

Der im litauischen Vilnius geborene Prenn wuchs in der damaligen russischen Hauptstadt St. Petersburg auf.

Prenn studierte an der Technischen Hochschule in Charlottenberg Ingenieurwissenschaften. Bis 1933 lebte er in Berlin. Neben seiner sportlichen Karriere in Tennis spielte er „nebenbei“ noch erfolgreich Tischtennis.

Tennis Bearbeiten

Prenn gehörte dem Tennisverein LTTC Rot-Weiß Berlin an. Er spielte auch für den SV Zehlendorfer Wespen[1]. 1928 gewann er das Herreneinzel bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland in Hamburg gegen Hans Moldenhauer. Von diesem Zeitpunkt an bis 1932 belegte er Platz 1 in der deutschen Rangliste.

In Berlin erreichte Prenn 1929 mit der deutschen Mannschaft das Finale im Davis Cup. Beim Spiel gegen das englische Team (mit Fred Perry) gewann er nach großen Kampf gegen den englischen Spitzenspieler Henry Wilfred („Bunny“) Austin in 5 Sätzen. Damit hatte er maßgeblichen Anteil am Sieg des deutschen Teams, das so Sieger in der Europazone wurde. Insgesamt bestritt er von 1928 bis 1932 31 Spiele im Daviscup(22 Einzel und 9 Doppel) von denen er 21 Spiele gewann.

Beachtet wurde auch sein Sieg 1932 über den Amerikaner Frank Shields, worauf ihn ein amerikanische Tennismagazin als „Europe’s number one man“ bezeichnete. In den Weltranglisten wurde er inzwischen unter den ersten zehn geführt: Platz 8 in der Rangliste von Bill Tilden (1929), Rang 7 in der Liste des Engländers Wallis Myers (1932).

Der Einschnitt in Prenns Karriere und Leben erfolgte 1933. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten erhielten die deutschen Sportverbände die offizielle Anweisung, dass Juden nicht Mitglied in arischen Vereinen sein dürften. Auch dürften sie nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Zu diesem Zeitpunkt war Prenn der sechste der Weltrangliste.

Für den Juden Prenn bedeutete dies das Ende seiner Karriere in Deutschland. Im April 1933 wurde er von der Teilnahme für die deutsche Mannschaft am Davis-Cup ausgeschlossen. Prenn, der sich zu diesem Zeitpunkt im Ausland aufhielt, kehrte daraufhin nicht mehr nach Deutschland zurück.

Prenn emigrierte mit seiner Ehefrau nach England und nahm die britische Staatsbürgerschaft an. Hier spielte er noch einige Jahre Tennis, ohne aber nochmals die frühere Spielstärke wieder zu erlangen.

1955 wurde sein ältester Sohn Oliver (* 1938) in Wimbledon britischer Juniorenmeister. Prenn erlebte dieses noch als Zuschauer.[2]

Reaktionen auf Prenns Ausschluss Bearbeiten

Der Ausschluss Prenns aus dem deutschen Daviscup-Team löste im Ausland einige Reaktionen aus.

Henry Wilfred Austin und Fred Perry – Mitglieder der gegnerischen englischen Daviscup-Mannschaft im Vorjahr – kritisierten in einem offenen Brief in The Times diesen Vorgang.

Der schwedische König Gustav V. bestand nach einem Empfang bei Hindenburg und Hitler auf einem Tennismatch mit Prenn.

Tischtennis Bearbeiten

Prenn nahm 1926 mit der deutschen Mannschaft an der 1. Tischtennisweltmeisterschaft in London teil, man belegte den 7. Platz. 1928 wurde er in der deutschen Rangliste auf dem 2. Rang geführt.

Weblinks Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Tennis in Deutschland von den Anfängen bis zur Gegenwart, 100 Jahre Deutscher Tennisbund, Berlin 2002, ISBN 3-428-10846-9

Einzelnachweis Bearbeiten

  1. http://www.zehlendorfer-wespen.de/content.php?nav_id=10
  2. Tennis in Deutschland von den Anfängen bis zur Gegenwart, 100 Jahre Deutscher Tennisbund, Berlin 2002, Seite 146


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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