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Das Caritas. Team Lebensgestaltung / Karitas. tim za oblikovanje življenja wurde 2007 vom langjährigen Kärntner Caritasdirektor Prälat Kons. Rat Mag. Dr. Viktor Omelko[1] unter der Trägerschaft der Caritas Kärnten - Kärntner Caritasverband für Wohlfahrtspflege und Fürsorge, Kärntens umsatzgrösster SocialProfit Organisation mit 1200 MitarbeiterInnen[2], gegründet. Das Caritas. Team Lebensgestaltung ist eine gemeinnützige nicht auf Gewinn ausgerichtete Non-Profit-Organisation zur sozialraumorientierten Betreuung behinderter Erwachsener. Das inhaltliche und strukturelle Konzept hat der damalige Pädagogische Leiter Floridus Kaiser (ÖVS[3], ÖFKG[4]) verantwortet. Im September 2012 wurde er von Dipl Päd. Petra Messner abgelöst, da er die Geschäftsführung im Don Bosco Flüchtlingswerk übertragen bekommen hat. Das Caritas. Team Lebensgestaltung ist die einzige österreichische Behindertenorganisation, die zweisprachig organisiert [5] ist und Einrichtungen zwischenstaatlich errichtet. Während der Wirtschaftskrise von 2008 bis 2012 hat das Caritas. Team Lebensgestaltung in einer der strukturschwächsten Regionen 13 Millionen Euro in die Bauwirtschaft und das Baunebengewerbe investiert [6].

Geschichte Bearbeiten

Im St. Hemma-Haus, einem Pflegeheim der Caritas in Friesach, wurden besonders verhaltensauffällige und schwer behinderte Erwachsene betreut, die anlässlich der Österreichischen Psychiatrieausgliederung aus dem Landesklinikum ausgegliedert wurden. Die damalige Soziallandesrätin Gabriele Schaunig-Kandut hat einen neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für Menschen mit Behinderung in Kärnten beschlossen, in dem die Lebensbereichstrennung für alle Menschen mit Behinderung beschlossen wurde [7]. Damit wurden die finanziellen Mittel für eine Ausgliederung der Menschen aus dem Pflegeheim freigegeben [8]. Zum ersten Mal konnten Menschen mit schwerer Behinderung in klein strukturierte sozialraumorientierte Einrichtungen umziehen, in denen die Lebensbereichgstrennung für alle behinderten Erwachsenen realisiert wurde. Das Caritas. Team Lebensgestaltung wurde von der Caritas Kärnten gegründet um kärntenweit und als erster Träger gemeinsam mit Slowenien moderne Einrichtungen umzusetzen. Neben der Werkstatt Florian / delavnica Florijan wurde auch die Werkstatt Klemens / delavnica Klemen in Maria Elend / v Podgorijah errichtet und zweisprachig konzipiert. Die Politik unter dem FPK Soziallanderat Christian Ragger hat diese Einrichtung im slowenisch sprachigen im Rosental / v Rožu verhindert, obwohl die Werkstatt schlüsselfertig errichtet wurde. Heute dient das Gebäude als Seniorenzentrum[9] und wurde in Haus Klemens / hiša Klemen umbenannt.

Behindertenarbeit Bearbeiten

Das Caritas. Team Lebensgestaltung betreut kognitiv schwer-, schwerst- und mehrfach behinderte Erwachsene sowie Menschen mit Autismus und psycho-sozialen Störungen. Um die gesetzlichen Grundlagen in Österreich nach dem GuKG zu erfüllen, wohnen in den Wohnhäusern jeweils nur bis zu 12 [10] BewohnerInnen. Die Trennung der Lebensbereiche Arbeit und Wohnen nach dem Normalisierungsprinzip wird auch für schwerstbehinderte Erwachsene konsequent erfüllt. Die Wohnhäuser sind in Wohnsiedlungen angelegt und die Werkstätten in Gewerbegebieten um die Lebensbereiche sinnlich spürbar erlebbar zu machen. Diese konsequente Trennung ist im Ländlichen Umfeld beinahe einzigartig in Österreich, da schwerstbehinderte Menschen meist noch immer in Pflegeheimen untergebracht [11] sind. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen spricht sich eindeutig gegen eine solche Unterbringung aus. Der Nationale Aktionsplan - kurz NAP - in Österreich zeigt eindeutig in diese Richtung[12]. Um diese aktuellen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Forderungen umzusetzen, wurde das Caritas. Team Lebensgestaltung als eigener Träger von der Caritas Kärnten gegründet. Die Werkstatt Benedikt gilt 2009 als erste Einrichtung. Das Caritas. Team Lebensgestaltung verfolgt auch für schwer- und schwerstbehinderte Erwachsene in allen Einrichtungen folgende Betreuungsleitlinien:

  • Aktivität anstatt Passivität
  • Alltagsorientierung
  • Nachvollziehbarkeit der Handlungen

Dokumentation Bearbeiten

Zur Qualitätssicherung der sozialpädagogischen und pflegerischen Arbeit wurde eine webbasierende Dokumentation (Cloud-Computing) basierend auf die ICF der WHO gemeinsam mit dem Klagenfurter Unternehmen Anexia und der HTL Villach umgesetzt [13]. Wegen der zweisprachigen Werkstatt_Florian / delavnica Florijan wurde die Dokumentation durchgehend zweisprachig (slowenisch und deutsch) realisiert. Damit kann die Dokumentation grenz- und sprachübergreifend eingesetzt werden. Als technisches Framework wird ExtJS eingesetzt. Im Gegensatz zu vorgegebenen CoreSets wird bei dieser Dokumentation auf die Qualität der betreuenden NutzerInnen gesetzt, in dem die Auswahl aus den 1400 Items der ICF die am 10 meisten durch die NutzerInnen gewählten anlassbezogen Items bzw. Domänen in einer Dropdown-Liste präsentiert werden und damit die Auswahl praxisnah erleichtert. Diese Form nutzerbezogener Dokumentation ist erstmalig im Bereich Betreuung und Pflege angewandt.

Einrichtungen Bearbeiten

Das Caritas. Team Lebensgestaltung führt zur Zeit 8 Einrichtungen unterschiedlicher Größe in Kärnten und in der Behindertenarbeit einzigartig in Kooperation mit Slowenien.

  • Werkstatt Martin in Friesach
  • Werkstatt Veronika in Friesach
  • Wohnhaus Hildegard in Friesach
  • Wohnhaus Felicitas in Friesach
  • Wohnhaus Lukas in Althofen
  • Wohnhaus Markus in Althofen
  • Werkstatt Benedikt in Althofen
  • Werkstatt Florian / delavnica Florijan in Globasnitz / v Globasnici
  • Werkstatt Klemens / delavnica Klemen in Maria Elend / v Podgorijah
  • Kleine Wohngemeinschaften

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Profil Diözese Gurk
  2. Selbstauskunft Website
  3. Mitgliedschaft ÖVS
  4. Mitgliedschaft ÖFKG
  5. slowenischsprachiger Webauftritt
  6. Caritas investiert in Kärnten
  7. Kärnten: LR Schaunig-Kandut präsentierte Projekte für Menschen mit Beeinträchtigung bereits 2003
  8. Kleine Zeitung Hemma-Haus der Caritas wird umstrukturiert
  9. Einweihung delavnica Klemen
  10. GuKG §3 (3
  11. Erschreckender Bericht über junge Menschen mit Behinderung im Altersheim
  12. Kapitel 6.1.: Im Bereich des Wohnens ist ein umfassendes Programm der DeInstitutionalisierung in allen neun Bundesländern notwendig. Dabei müssen Großeinrichtungen abgebaut und gleichzeitig Unterstützungsleistungen geschaffen werden, die auch für Menschen mit einem hohen Unterstützungsbedarf ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung ermöglichen. Grundsatz muss dabei sein, dass die betroffenen Menschen die für sie passende Wohnform und die für sie notwendigen Unterstützungsleistungen auswählen können.
  13. Kleine Zeitung über Dokumentation der Caritas

Weblinks Bearbeiten


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