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Barbara Hund 1982 Dortmund

Barbara Hund, Frauenturnier der Dortmunder Schachtage 1982

Barbara Hund (* 10. Oktober 1959 in Darmstadt) ist eine deutsch-schweizerische Schachmeisterin, erhielt 1982 den Titel Großmeisterin der Frauen[1] und die Silberne Ehrennadel[2] des Deutschen Schachbundes.

Privater Werdegang Bearbeiten

Barbara Hund ist die Tochter von Juliane und Gerhard Hund und Enkelin von Friedrich Hund. Nach ihrem Abitur 1978 studierte sie Mathematik in Köln. 1987 schloss sie als Diplom-Mathematikerin ab und ging in die Schweiz, wo sie bei einer Versicherungsgesellschaft in Basel arbeitete. 1989 heiratete sie den Redakteur der schweizerischen Schachzeitschrift Die Schachwoche Peter Bolt. Sie hat eine Tochter (* 1998), die auch schon aktiv Schach spielt. Nach einer Babypause arbeitet sie seit 2001 wieder in der Schweiz bei einer Versicherungsgesellschaft in Bottmingen.

Schachlaufbahn Bearbeiten

Barbara Hund 1982

Barbara Hund 1982 Interzonenturnier in Bad Kissingen

In ihrer Jugendzeit war sie das größte weibliche Nachwuchstalent Deutschlands im Schach. Sie wurde zwischen 1975 und 1978 vier Mal Deutsche Jugendmeisterin[3], sowie 1978, 1982 und 1984 Deutsche Damenmeisterin[4]. Ihre ersten internationalen Erfolge erzielte sie bei den Jugendeuropameisterschaften 1978 in Kikinda und 1979 in Kula, die beide Nana Iosseliani gewann, sie war jeweils Vierte[5]. Sie gewann verschiedene internationale Damenturniere: 1977 in Biel, 1980 in Wijk aan Zee und 1982 in Belgrad. 1979 wurde sie beim Zonenturnier der Damen in Tel Aviv[6] Zweite und qualifizierte sich für das Interzonenturnier in Rio de Janeiro, bei dem sie auf Platz 14 kam.

Beim Zonenturnier 1982 in Bad Kissingen wurde sie geteilte Erste und qualifizierte sich erneut zum Interzonenturnier - wieder in Bad Kissingen ausgetragen - bei dem sie Platz 4 und 5 teilte[7], eine Qualifikation zum Kandidatenturnier aber verpasste. Dafür wurde ihr aufgrund der erreichten Norm der Großmeistertitel der Frauen verliehen. Etliches zu ihrer Schachlaufbahn und vier Partien (1976-1982) sind in dem Buch Die besten Partien deutscher Schach-Großmeister[8] von Helmut Pfleger enthalten.

Xie Jun und Barbara Hund 1992 Manila

Weltmeisterin Xie Jun und Barbara Hund auf dem Weg zur Schacholympiade 1992 in Manila

Insgesamt nahm sie bisher an 13 Schacholympiaden teil.[9] Sie spielte bei den Schacholympiaden 1978 bis 1988 in Buenos Aires, Valletta, Luzern, Thessaloniki, Dubai[10] und Thessaloniki sechsmal für die Bundesrepublik, mit der sie bei der Schacholympiade 1978 in Buenos Aires[11] die Bronzemedaille gewann und in der Einzelwertung am dritten Brett den zweiten Rang[12] belegte.

Sie errang bei der Schacholympiade 1980 in Valletta auf Malta am zweiten Brett das drittbeste Einzelresultat und gewann die Bronzemedaille.[13]

Hund barbara 20081120 olympiade dresden

Barbara Hund bei der Schacholympiade 2008 in Dresden

Seit 1991 vertritt sie international die Schweiz, mit der sie bislang an den Schacholympiaden in Manila, Moskau, Istanbul, Bled, Calvia, Turin und Dresden[14] teilnahm.

In Moskau 1994 errang sie für das drittbeste Einzelresultat am zweiten Brett die Bronzemedaille[15], ebenso 2004 in Calvià / Mallorca[16].

1993 gewann sie in Silvaplana die Schweizer Damenmeisterschaft. Anfang 1983 zur Zeit ihrer größten Erfolge war sie unter den Top Ten der Elo-Weltrangliste der Damen[17]. Januar 2010 beträgt ihre Elo-Zahl 2224, was Platz eins der aktiven Schweizer Frauen bedeutet.

Vereine Bearbeiten

Von 1983 bis 1986 spielte Barbara Hund mit dem Schachverein Opladen 1922 e.V. in der Oberliga Nordrhein-Westfalen, wechselte dann (nach dem Abstieg des SV Opladen) wieder zu den Schachfreunden Monheim, bei denen sie zuvor bereits einige Jahre aktiv gewesen war. Anfang der 1990er Jahre spielte sie für die Elberfelder Schachgesellschaft 1851 in der Deutschen Damen-Bundesliga.[18] Sechsmal wurde der Verein mit ihr deutscher Mannschaftsmeister. Ab 1996 ist sie parallel noch mit Reichenstein in der Schweizer Liga aktiv. Seit 2000 spielt sie mit dem SK Freiburg-Zähringen 1887 e.V. in der Oberliga Baden.

Familie Bearbeiten

Barbara Hund gehört zu einer international bekannten Schachfamilie[19], sie hat drei Schwestern, die alle starke Schachspielerinnen sind. Isabel Hund (FIDE-Meisterin der Frauen, * 1962) gilt nach Barbara als Zweitstärkste. Auch Barbaras Tochter Sarah hat inzwischen mit dem Schachspielen begonnen.

Werke Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002, Euroadria, Slovenia, 2002, S. 78
  2. Silberne Ehrennadel des DSB für Barbara Hund
  3. Uwe Bönsch, Jörg Schulz u.a.: Das silberne Jubiläum - 25 Jahre Deutsche Schachjugend. Kinguin Verlag, 1996, S. 367, ISBN 3-9804955-2-3
  4. Deutsche Meisterschaften der Frauen
  5. Barbara Hund: Mein Weg zum Erfolg. Walter Rau Verlag, Düsseldorf 1983, S. 46-55 (Berichte, Bild der 18 Mädchen 1978, Kreuztabellen und Partien)
  6. Klaus Lindörfer: Großes Schach-Lexikon. Mosaik Verlag, 3. Auflage 1984, S. 126, ISBN 84-499-8080-1
  7. World Chess Championship (Women) 1982 Bad Kissingen Interzonal Tournament
  8. Helmut Pfleger: Die besten Partien deutscher Schach-Großmeister. Falken-Verlag, 1983, S. 91-100, ISBN 3-8068-4121-7
  9. WOMEN'S CHESS OLYMPIADS - Hund, Barbara (Switzerland) auf Olimpbase (englisch)
  10. Schacholympiade Dubai 1986. Verlag Deutsche Schachblätter/Schachreport 1987, 160 S., ISBN 3-88805-071-5
  11. Otto Borik: Schacholympiade Buenos Aires '78. Walter Rau Verlag, 1979, ISBN 3-7919-0191-5
  12. 8th Women's Chess Olympiad: Buenos Aires 1978 - West Germany (GER) auf OlimpBase (englisch)
  13. 9th Women's Chess Olympiad: La Valletta 1980
  14. Deutscher Schachbund: Schacholympiade Dresden 2008. JugendSchachVerlag 2009, 200 S., ISBN 978-3-00-024594-7
  15. 31st Chess Olympiad (women): Moscow 1994
  16. Schach Olympiade 2004 in Calvià / Mallorca
  17. Mein Weg zum Erfolg. Rau-Verlag, Düsseldorf 1983, S. 157, ISBN 3-7919-0216-4.
  18. Deutsche Damen-Bundesliga 1998/99
  19. Meyers Schachlexikon. Meyers Lexikonverlag, 1993, S. 129, ISBN 3-411-08811-7



Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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