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Die BSG Wismut Gera (Ballsportgemeinschaft Wismut Gera) ist ein Fußballverein aus Gera in Thüringen. Er entstand 2009 aus dem FV Gera-Süd, der zuvor 2007 aus der Fusion der Fußballvereine FC Blau Weiss Gera und Geraer KFC Dynamos mit der Fußballabteilung des 1. SV Gera. Letzterer war der Nachfolgeverein der ehemaligen BSG Wismut Gera (Betriebssportgemeinschaft Wismut Gera) und stellte über Jahrzehnte den führenden Fußballverein der Stadt dar. Die Mannschaft stieg 2008 als FV Gera-Süd in die Thüringer Landesliga auf und benannte sich 2009 in BSG Wismut Gera um.

BSG Wismut Gera.svg

Logo der BSG Wismut Gera

Geschichte Bearbeiten

Entwicklung bis 1945 Bearbeiten

1922 entstand aus einer Fusion zwischen der Allgemeinen Turngemeinde Gera und dem 1. VfR Gera ein neuer Verein namens SpVgg Gera 04. Am 27. November 1936 schloss sich der SC Concordia Gera-Reuß dem Verein an, der von da an unter dem Namen SV Gera 04 antrat. Erstmalig überregional in Erscheinung getreten ist dieser Verein, als er in der Zeit von 1939 bis 1943 in der Gauliga Mitte, der damals höchsten deutschen Fußball-Spielklasse, spielte.

DDR Bearbeiten

Nach der Vereinsauflösung im Jahre 1945 kam es zur Neugründung der Spielgemeinschaft Gera-Pforten, die 1949 in die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Gera-Süd umbenannt wurde. Am 7. Oktober 1950 fusionierte die BSG mit RFT Gera und nannte sich fortan BSG Mechanik Gera. Am 1. Mai 1951 erfolgte die Umbenennung in BSG Motor Gera, bevor die BSG am 29. März 1953 den Namen Wismut Gera als Hinweis auf den Trägerbetrieb SDAG Wismut erhielt. Neben Handball, Schwimmen und Boxen spielte Fußball in der BSG die Hauptrolle. Die Sektion Boxen, die unter anderem mit Ulli Wegner leistungssportlich orientiert war, wurde am 29. November 1973 ausgegliedert und mit der Sektion Radrennen der SG Dynamo Gera-Mitte zur SG Wismut Gera zusammengefasst.

Fußball Bearbeiten

1949 spielte die Fußballmannschaft von Gera-Süd in der neu gegründeten DDR-Oberliga, der höchsten DDR-Spielklasse, und belegte am Ende der Saison 1949/50 den 11. Tabellenplatz. Ebenfalls 1949 erreichte die Mannschaft das Finale um den FDGB-Pokal, das in Halle mit 0:1 gegen Waggonbau Dessau verloren wurde. Nach vier Jahren Zugehörigkeit stiegen die Geraer 1953 als Tabellenletzter aus der Oberliga ab.

Stammspieler 1949/53 (in Klammern Zahl der Einsätze)
Siegfried Offrem (87) - Bringfried Müller (51), Fritz Zergiebel (81) - Georg Buschner (84), Kurt Golde (67), Max Wollenschläger (51) - Horst Freitag (90), Harry Frey (91), Helmut Pätzold (83), Manfred Kaiser (96) , Horst Menge (73)

In den Spielzeiten 1966/67 und 1977/78 spielte Gera noch zweimal erstklassig, stieg aber beide Male sofort wieder ab. Die Bilanz von Wismut Gera in der Saison 1977/78 (6:46 Punkte, 1 Sieg, 4 Unentschieden, 21 Niederlagen) war das bis dahin schlechteste Saisonergebnis einer Mannschaft in der Geschichte der Oberliga. Nur Motor Suhl schnitt in der Saison 1984/85 noch schlechter ab.

Die übrigen Jahren spielte Wismut in der zweitklassigen DDR-Liga und nahm fünfmal erfolglos an der Aufstiegsrunde zur Oberliga teil. In der ewigen Tabelle der DDR-Liga belegt Wismut Gera den ersten Platz.

Die Aufstiegself 1966/67
Dieter Kühne (14) - Rudi Bätz (20), Michael Strempel (19), Rainer Hermus (14), Hilmar Feetz (22) - Dieter Fischer (18), Ulli Egerer (17) - Harald Krause (17), Otto Skrowny (21), Peter Richter (25), Eberhard Trommer (16)
Aufgebot 1977/78
Ulrich Kühn (18) - Hans-Joachim Klimank (21), Ralf Kraft (15), Udo Korn (22), Dieter Markfeld (20) - Dieter Schirrmeister (19), Matthias Kaiser (26), Gerhard Hoppe (21) - Harald Irmscher (26), Werner Schorrig (19), Gerd Struppert (22)

DDR-Fußballnationalspieler aus Gera Bearbeiten

Bis in die 1970er Jahre hinein war Gera Ausgangspunkt für spätere DDR-Nationalspieler bei anderen Mannschaften:

Bundesliga-Profis aus Gera Bearbeiten

  • Carsten Klee (FC Carl Zeiss Jena, SpVgg. Greuther Fürth, SSV Reutlingen, FC Hansa Rostock)
  • Karsten Böttcher (FC Carl Zeiss Jena, FC Rot-Weiß Erfurt, Vestenbergsgreuth)
  • Tobias Werner (FC Carl Zeiss Jena, FC Augsburg)

Nach 1990 Bearbeiten

Nach der politischen Wende gründeten 1990 Mitglieder der bisherigen BSG den FSV Wismut Gera, der ab 1991 in der Fußball-Oberliga Nordost-Süd spielte. Am 1. Juli 1993 folgte die Umbenennung in 1. SV Gera und nach fünf Jahren Oberligazugehörigkeit im Jahre 1996 der Abstieg in die Landesliga Thüringen. Zur Saison 1999/00 schafften die Geraer noch einmal die Rückkehr in die Oberliga, stiegen aber aufgrund der Reduzierung der Oberligastaffeln sofort wieder ab. 2003 musste der Verein Insolvenz anmelden und zog sich zur Neuformierung bis in die Bezirksliga zurück. Die traditionelle Führungsrolle im Geraer Fußball musste der Verein dadurch abgeben. Höchstklassiger Fußballverein der Stadt ist derzeit der 1. FC Gera 03, der seit dem Gewinn der Thüringenmeisterschaft im Jahr 2007 in der Oberliga Nordost-Süd spielt.

Fusion zum FV Gera-Süd Bearbeiten

Am 24. Mai 2007 beschlossen die Geraer Fußballvereine FC Blau Weiss Gera und Geraer Dynamos sowie die Fußballabteilung des 1. SV Gera, sich zum 1. Juli 2007 zum neuen FV Gera-Süd zu vereinigen. Die weiteren Abteilungen des 1. SV Gera blieben erhalten. Der neue Verein übernahm den Startplatz des FC Blau Weiss in der Thüringer Landesklasse Ost und konnte sich zum Ende der Saison den ersten Tabellenplatz sichern, womit der Aufstieg in die Thüringenliga gelang. Ab der Saison 2009/10 spielt der Verein wieder unter dem Namen BSG Wismut Gera, wobei BSG nun für Ballsportgemeinschaft steht. Trainer der Mannschaft ist Udo Korn.[1]

Logohistorie Bearbeiten

Spielstätte Bearbeiten

Die BSG Wismut Gera spielt heute im 7.000 Stehplätze fassenden „Stadion am Steg“ im Süden der Stadt an der Bundesstraße 92. Es war vor der Fusion die Spielstätte des FC Blau Weiss, in den 1950er Jahren spielte hier bis zu ihrem Umzug ins Stadion der Freundschaft die BSG Wismut Gera.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Der Geraer Fußball erhält sein Gesicht zurück. www.fvgera-sued.de. Abgerufen im 2009-06-16.

Sprachversionen Bearbeiten

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