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Plakat Sozialdemokraten 1928

Wahlplakat 1928 (der Dritte in der Liste)

August Frölich (* 31. Dezember 1877 in Sippersfeld; † 22. Januar 1966 in Weimar) war ein deutscher Politiker der SPD bzw. später SED und Gewerkschaftsführer.

Leben Bearbeiten

Frölich war gelernter Dreher und leitete von 1906 bis 1918 in Altenburg als Geschäftsführer den Deutschen Metallarbeiterverband. Zwischen 1913 und 1918 war er Stadtverordneter der Stadt Altenburg. Im November 1918 stand er dem Arbeiter- und Soldatenrat in Altenburg vor und war Delegierter auf dem 1. Rätekongress in Berlin. 1919 wurde er in den Landtag des Freistaates Sachsen-Altenburg gewählt und war bis zur Eingliederung nach Thüringen 1920 dessen Staatsrat (Regierungschef). Vom 7. Oktober 1921 bis zum 23. Februar 1924 war Frölich als Leitender Staatsminister des Landes Thüringen an einer Koalitionsregierung mit der USPD beteiligt. Auch während einer Koalition seiner SPD mit der KPD vom 16. Oktober bis 12. November 1923 hatte er den Vorsitz der Landesregierung inne. Diese erste rot-rote Koalition (damals Arbeiterregierung genannt) auf Landesebene in einer deutschen Demokratie zerfiel aufgrund massiven Druckes der Reichsregierung (unter anderem der Einmarsch der Reichswehr in Thüringen, verbunden mit der Drohung einer „militärischen Lösung“) vorzeitig.

Von 1924 bis 1933 war er Mitglied des Reichstages. 1933 wurde er vom NS-Regime zeitweise in „Schutzhaft“ genommen. Als Mitverschwörer beim Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 verhaftete ihn die Gestapo, er konnte aber das Kriegsende überleben. Seit dem 21. November 1946 war er bis zur Auflösung der Länder der DDR im Juli 1952 Landtagspräsident in Thüringen. Am 7. April 1946 leitete Frölich den Thüringer Vereinigungsparteitag von KPD und SPD in Gotha und war von 1946 bis 1952 Mitglied des Sekretariates des Landesverbandes Thüringen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Im Juni 1946 wurde Frölich bei einem politischen Attentat in Weimar leicht verletzt. Von 1948 bis 1949 war er Mitglied des Zweiten Deutschen Volksrates, vom 7. Oktober 1949 bis zum 27. September 1950 Mitglied der Volkskammer der DDR, von Oktober 1949 bis zu ihrer Auflösung im Dezember 1958 auch Mitglied und zeitweise Vizepräsident der Länderkammer der DDR. Nach der Auflösung der Landesparlamente im Juli 1952 war Frölich bis zu seinem Tod Abgeordneter des Bezirkstages des Bezirkes Erfurt sowie von 1952 bis 1960 Mitglied der Bezirksleitung Erfurt der SED.

Ehrungen Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Josef Schwarz: Der Anteil des sozialistischen Landespolitikers August Frölich an den Reformen im Lande Thüringen nach der Novemberrevolution. In: Rot-Rote Gespenster in Thüringen. Demokratisch-sozialistische Reformpolitik einst und heute. quer - verlag & vertrieb 2004, ISBN 3-935787-04-9.
  • Bernhard Post, Volker Wahl (Hrsg.): Thüringen-Handbuch 1920-1995. Hermann Bölau, Weimar 1999, ISBN 3-7400-0962-4.
  •  Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933–1945. Eine biographische Dokumentation. 3., erheblich erweiterte und überarbeitete Auflage. Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5183-1. 

Weblinks Bearbeiten

la:Augustus Frölich

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