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Alliance Sud ist die gemeinsame entwicklungspolitische betreibt die Organisation zudem öffentlich zugängliche Dokumentationszentren zu Nord-Süd-Fragen und entwicklungspolitischen Themen. Zudem verfügt sie über eine Bildungsstelle, die entwicklungsrelevante Materialien für den Schulunterricht erarbeitet.

Ursprung und Idee Bearbeiten

1971 gründeten vier schweizerische Entwicklungsorganisationen (Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle und Helvetas) die «Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke» (seit 2005: Alliance Sud). Dahinter stand die Überlegung, dass es nicht ausreicht, in den armen Ländern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Gleichzeitig müssen die Nord-Süd-Beziehungen verändert, also die Politik der Industrieländer verändert werden, um im Süden Entwicklung zu ermöglichen. 1992 stiess Caritas, 2003 das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) hinzu.

Bearbeitete Themen Bearbeiten

Alliance Sud ist auf jenen Themen aktiv, die für das Verhältnis der Schweiz zu Entwicklungsländern zentral sind:

Entwicklungszusammenarbeit: Alliance Sud verfolgt kritisch die inhaltliche Ausrichtung der schweizerischen Entwicklungspolitik sowie deren quantitativen Umfang. Die Organisation setzt sich dabei dafür ein, dass sich die Schweiz vermehrt an den Millenniumszielen der Uno orientiert und dazu ihre Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandeinkommens (BNE) erhöht. 2007/2008 führte Alliance Sud zusammen mit über siebzig weiteren Organisationen eine öffentliche Kampagne «Gemeinsam gegen Armut» durch und sammelte über 200'000 Unterschriften für die Erhöhung der schweizerischen Entwicklungshilfe.

Faire Handelsbeziehungen: Für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes ist es sehr wichtig, zu welchen Bedingungen es seine Produkte auf andere Märkte exportieren und wie stark es die eigenen Märkte und ProduzentInnen gegenüber Importen aus Drittländern schützen kann. Alliance Sud setzt sich für das Recht von Entwicklungsländer ein, seine eigenen ProduzentInnen – zum Beispiel in der Landwirtschaft oder der Industrie – vor Billigimporten aus Industrieländern zu schützen. Sie befürwortet auch eine Abschaffung von Exportsubventionen in den reichen Ländern und eine starke Einengung des Patentschutzes, insbesondere im Gesundheitssektor.

Steuergerechtigkeit: Entwicklungsländer verlieren viel Geld durch Steuerflucht und unfairen Steuerwettbewerb. In der Schweiz ist die Steuerhinterziehung nicht strafbar (nur der Steuerbetrug), sie leistete deshalb bisher bei diesem Delikt keinen internationale Rechtshilfe. Auf Druck verschiedener Staaten hat sie sich 2009 aber bereit erklärt, wenigstens die OECD-Standards einzuhalten. Alliance Sud setzt sich dafür ein, dass diese Standards auch gegenüber Entwicklungsländern angewendet werden. Die Organisation verlangt zudem die Einführung eines allgemeinen Informationsaustausches in Steuerangelegenheiten. Um weltweit unfaire Steuerpraktiken zu bekämpfen, hat Alliance Sud 2002 das internationalen Netzwerks für Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) mitbegründet.

Klimagerechtigkeit: Die armen Länder stoßen nur sehr wenig CO2 aus. Gleichzeitig sind sie aber von der Klimaveränderung am härtesten betroffen. Alliance Sud setzt sich dafür ein, dass die Schweiz die Hausaufgaben des Kyoto-Protokolls (CO2-Reduktion) erfüllt, sich für ein griffiges internationales Nachfolgeabkommen einsetzt, das die Erwärmung auf maximal 2 Grad begrenzt. Zudem soll die Schweiz den armen Ländern verstärkt finanziell und mit Technologietransfer helfen, die Folgen der Klimaveränderung zu bewältigen. Alliance Sud arbeitet eng mit den Umweltorganisationen zusammen und ist Mitglied der schweizerischen Allianz für eine verantwortungsvolle Klimapolitik.

Recht auf Wasser: Über 1 Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Alliance Sud setzt sich für das Recht auf Trinkwasser für alle ein. Die Organisation hat deshalb vorgeschlagen, mit einer internationalen Konvention im Rahmen der Uno Wasser als öffentliches Gut und gegen Privatisierungen zu schützen.

Dokumentationszentrum Bearbeiten

Das Dokumentationszentrum[1] von Alliance Sud in Bern ist die einzige öffentlich zugängliche Fachstelle der Deutschschweiz zu Entwicklungsfragen und Entwicklungsländern. Sie bietet Informationen zu über 500 entwicklungsbezogenen Themen von Armut über Hunger bis Zwangsarbeit; zur sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lage der Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas; zur Zusammenarbeit der Schweiz mit den Ländern des Südens und Ostens sowie mit internationalen Organisationen. Zu den Dienstleistungen des Dokumentationszentrums gehören das Linkverzeichnis "Globalia" [2], der Bibliothekskatalog[3], Auftragsrecherchen und Medienbeobachtungen. Das Zentrum ist täglich geöffnet. Für die französischsprachige Schweiz führt Alliance Sud ein Dokumentationszentrum in Lausanne.

Bildungsstelle Bearbeiten

Die Bildungsstelle[4] von Alliance Sud erarbeitet Materialien für den Unterricht. Ihr Anliegen ist es, dass sich SchülerInnen mit den unterschiedlichen Lebensbedingungen in der Welt auseinandersetzen und lernen, sich für gerechtere Verhältnisse einzusetzen. Alliance Sud arbeitet dabei eng mit der Stiftung Bildung und Entwicklung zusammen, welche für den Vertrieb der Materialien und den Kontakt zu den Lehrpersonen verantwortlich ist.

Publikationen Bearbeiten

Alliance Sud gibt viermal im Jahr die Zeitschrift GLOBAL+[5] in deutscher und französischer Sprache und Alliance Sud News in Englisch heraus.

Weblinks Bearbeiten

  1. Dokumentationszentrum von Alliance Sud
  2. Globalia
  3. Bibliothekskatalog
  4. Bildungsstelle von Alliance Sud
  5. [1]


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