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Agathe Israel (* 1949 als Agathe Köhler) ist Psychotherapeutin, Autorin und Mitbegründerin des Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Berlin (IAKJP). Forschungsschwerpunkte sind Frühgeborene, Säuglinge und Eltern-Kind-Beziehung.

Leben

Agathe Israel ist Fachärztin für Neurologie/Psychiatrie in eigener Praxis.[1] Sie gehört der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland e.V. (VAKJP) an und ist dort Verantwortliche für die neuen Bundesländer.[2]

Agathe Israel hat die psychischen Folgen der öffentlichen Früherziehung in der DDR untersucht und aus psychologischer Sicht die wesentlichen Merkmale der Abwertung von kindlicher Entwicklungslangsamkeit in der von ihr so genannten Erziehungsdiktatur DDR geprägt. Ihre Untersuchungen wurden von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.[3] Sie beschreibt eine sehr frühzeitige Herauslösung aus der Familie: "Frühkindliche Deprivation, also Beraubung der wesentlichsten Erfahrung 'Geborgenheit' waren die Folge."[4] Frau Israel ist beeinflusst von Hans-Joachim Maaz, bei dem sie 1988 im Rahmen einer Weiterbildung zur Intendierten Dynamischen Gruppentherapie am Kurs "vertiefte Selbsterfahrung für Therapeuten" teilnahm, den Heinz Benkenstein supervidierte.[5][6]

Frau Israel richtet sich nach dem Tavistock-Modell von Esther Bick zur Babybeobachtung. Die erste Regel ist, dass jedes Baby anders ist und die Beobachtung völlig vorurteilsfrei sein soll, die zweite, dass der Beobachter vollständig passiv sein soll.[7]

Werke

  • mit Anne-Christin Hoffmann: Die neuropsychiatrische Versorgung im Kindes- und Jugendalter im Bezirk Leipzig : eine evaluative Ersterhebung. DNB 212144049
  • Kindheit in der DDR. Repressive Erziehung und ihre Folgen. In: Psychomed. 2 II 1990, S. 104–107.
  • als Hrsg.: Der Säugling und seine Eltern : die psychoanalytische Behandlung frühester Entwicklungsstörungen. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-86099-861-8.
  • mit Björn Reißmann: Früh in der Welt : das Erleben des Frühgeborenen und seiner Eltern auf der neonatologischen Intensivstation. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-86099-870-0.
  • mit Ingrid Kerz-Rühling (Hrsg.): Krippen-Kinder in der DDR : frühe Kindheitserfahrungen und ihre Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-86099-869-4.
  • Das Dritte in der Inneren und äußeren Welt des Kindes, dargestellt am Beispiel einer Säuglings-Eltern-Psychotherapie. In: Peter Diederichs: Äußere und innere Realität: Theorie und Behandlungstechnik der Psychoanalyse im Wandel. Klett-Cotta, 2011, ISBN 978-3-608-94667-3, S. 239–260.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. kinderpsychoanalyse-iakjp.de
  2. vakjp.de
  3. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/607254/ www.radio.de
  4. Gudrun Stenzel: Kinder lesen – Kinder leben. Beltz Juventa, 2005, ISBN 3-7799-0993-6, S. 87. Agathe Israel: Kindheit in der DDR. Repressive Erziehung und ihre Folgen. In: Psychomed. 2 II 1990, S. 104.
  5. Hans-Joachim Maaz: Warum ich Publizist geworden bin und dennoch Gruppentherapeut geblieben bin. In: Stephan Heyne, Christoph Seidler, Harald Küster, Irene Misselwitz: Das Spiel der Geschlechter und der Kampf der Generationen: Gruppenanalyse in Ost Und West. Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 978-3-525-40169-9, S. 62.
  6. Franz Jäkel: Therapie der Therapeuten – Rückblick und Erinnerung. In: Stephan Heyne, Christoph Seidler, Harald Küster, Irene Misselwitz: Das Spiel der Geschlechter und uer Kampf uer Generationen: Gruppenanalyse in Ost Und West. Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 978-3-525-40169-9, S. 52.
  7. Gertraud Diem-Wille, Agnes Turner: Ein-Blicke in die Tiefe: Die Methode der psychoanalytischen Säuglingsbeobachtung und ihre Anwendungen. Klett-Cotta, 2009, ISBN 978-3-608-94533-1, S. 71 f.
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