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AV Waldstättia Luzern
Basisdaten
Hochschule/n: Universität Luzern
Gründung: 18. Mai 1891
Korporationsverband: Schw. StV
Farben:
  • Mütze: bis 1860 grün, danach rot
  • Band:
    • Burschen: weinrot-weiss-grün
    • Fuxen: weinrot-weiss
Stellung zur Mensur:  
Wahlspruch: Vincit Veritas! (Jan Hus)
Website: waldstaettia.ch

Die A.V. (Akademische Verbindung) Waldstättia ist eine farbentragende, gemischte, akademische Verbindung aus Luzern und ist eine 1891 gegründete Sektion des Schweizerischen Studentenvereins (Abk: Schw. StV oder StV).

Zweck[]

Die A.V. Waldstättia ist ein farbentragender Verein i.S.v Art. 60 ff ZGB mit Sitz in Luzern. Sie hat den interdisziplinären Austausch zwischen Studenten und den älteren Generationen zum Zweck und pflegt enge Freundschaften unter den Mitgliedern. Als ehemalige Theologenverbindung haben die Grundlagen des Christentums und das Erbe der katholischen Kirche einen hohen Stellenwert. Trotzdem wird aber Offenheit gegenüber allen Konfessionen gelebt.

Wie im Gesamtverein stehen die Werte Virtus, Scientia und Amicitia an oberster Stelle. Die Pflege der Freundschaft (amicitia), die Unterstützung im Studium (scientia) und die Förderung der Sozialkompetenzen (virtus) sind zentrale Punkte des Vereinslebens.

Geschichte[]

Die AV Waldstättia entstand aus der Sektion Luzern des Schweizerischen Studentenvereins welcher 1843 an der Lucernischen Centralanstalt gegründet wurde. Damit ist zusammen mit der A.V. Semper Fidelis, von der sie sich im Zeitraum zwischen 1889 und 1891 abspaltete, die älteste, immer aktive Verbindung des Schw. StV.

Die Verbindung war zu Beginn stark konservativ-politisch engagiert.

Zur Aufspaltung der Sektion Luzern in AV Semper Fidelis und Waldstättia kam es aus mehreren Gründen. Ab 1844 kam vom Zentralkomitee der Befehl, den Verein zu teilen, denn die Sektion Luzern bestand aus Gymnasiasten genauso wie aus Theologen, worin man zu viel Konfliktpotenzial sah. 1876 wurde dann die Forderung laut, Gymnasiasten aus dem Schweizerischen Studentenverein auszuschliessen.

1883 wurde das Priesterseminar in Luzern eröffnet und die Theologen erbaten sich immer weitere Entbindungen von ihren Verbindungspflichten. Schon da legte der spätere Bischof Regens Haas ihnen nahe, aus der Verbindung auszutreten. 1889 wurde den Theologen schliesslich verboten, der Verbindung anzugehören. Daraufhin gründeten diese am 18. Mai 1891 eine eigene Verbindung mit dem Namen Waldstättia.

In jüngerer Zeit setzt sich die AV Waldstättia vor allem für die Wahrung ihrer Traditionen ein. Heute sind die meisten Mitglieder Juristen, doch auch der Ursprung der ehemals reinen Theologenverbindung soll nicht vergessen gehen, so ist der Gottesdienst wichtiger Bestandteil jedes hochoffiziellen Anlasses.

Heute steht die Waldstättia den Studierenden aller Fakultäten der Universität Luzern und anderer Hochschulen der Zentralschweiz offen. Die studentischen Traditionen sollen gemeinsam mit einer zeitgemässen Gemeinschaft in Einklang gebracht werden. Dies ist vor allem im Hinblick auf die Bologna-Reform von Bedeutung.

Die Fahne[]

Anlässlich der Fahnenweihe im Jahr 2002 wurde die alte Fahne der AV Waldstättia durch eine neue, farbige ersetzt. Der Fahnengestalter Theo Keller v/o Profil AKV Burgundia hatte den Auftrag bekommen, eine neue Fahne zu gestalten, welche „kraftvoll in Farbe und Form“ sein sollte und eine „Dynamisch-moderne, eine erneuerte, sich öffnende Waldstättia“ darstelle.

Die neue Fahne der AV Waldstättia

Die neue Fahne der AV Waldstättia

Gedanken zur Fahnengestaltung:

Fortan wird man die Waldstättia erkennen im leuchtenden Luzerner Blau, das die erblassten Farben ihrer Vorgängerin ablöst. Das Blau symbolisiert die Gestade des Vierwaldstättersees und den Standort Luzern.

Mit der Gründung der Universität Luzern hat sich die Verbindung vermehrt auch für Nicht-Theologen geöffnet. Die leicht geschwungene Form des christlichen Kreuzes (grün und weiss links) deutet an, dass die christliche Grundhaltung in der heutigen Zeit Anpassungsfähigkeit und Vielgestaltigkeit verlangt. Die Mitgliedschaft in der Verbindung verpflichtet zu dieser Grundhaltung, verlangt aber keine theologische Ausrichtung.

In der Kreuzes-Symbolik (grün) mögen wir gleichsam den neu eintretenden Fuxen und die Füxin erkennen, die durch das Verbindungsleben geformt werden, sich mitreissen lassen vom Verbindungsgedanken und von der Beheimatung im StV. Am Ende der Burschenzeit tritt der/die Waldstätter/in in „geläutertem Weiss“ ins Leben; offen und bereit, Zeichen zu setzen.

Die Auf-Fächerung der Spirale rot-weiss-grün zeigt die Individualität der einzelnen Mitglieder, die aber im StV ihre Verwurzelung und klare geistige Ausrichtung haben. Waldstätter sein heisst: Sucher und Hüter der Wahrheit und Gerechtigkeit sein, in christlicher Grundhaltung dem Menschen dienen, in Treue Freundschaft pflegen und immer wieder bereit sein, sich neuen Herausforderungen zu stellen und Zeugnis abzugeben, wozu jeder Einzelne berufen ist.

Worte des Fahnengestalters Theo Keller v/o Profil

Bekannte Mitglieder[]

Mitglieder, die über den Verein hinaus bekannt wurden:

  • Martin Gächter (* 11. November 1939), Weihbischof von Basel und residierender Domherr des Standes Solothurn. Er wurde am 3. Februar 1987 zum Bischof ernannt.

Literatur[]

  • Schweizerischer Studentenverein (Hrsg.): Den Riesenkampf mit dieser Zeit zu wagen... Schweizerischer Studentenverein 1841-1991. Maihof Druck Buchverlag: Luzern, 1993.
  • Dr. Grüter, Sebastian: Geschichte des Schweizerischen Studentenvereins. Buchdruckerei Räber & Cie: Luzern, 1913.

Siehe auch[]

  • A.V. Semper Fidelis Luzern
  • Schweizerischer Studentenverein

Weblinks[]


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